
Hormonelle Veränderungen
Der Körper stellt sich auf die Schwangerschaft ein
Unmittelbar nach Eintritt einer Schwangerschaft kommt es zu zahlreichen hormonellen Veränderungen, die den Körper auf die besonderen Anforderungen einstellen.
Unmittelbar nach Eintritt einer Schwangerschaft kommt es zu zahlreichen hormonellen Veränderungen, die den Körper auf die besonderen Anforderungen einstellen. Die vermehrte Ausschüttung bestimmter "Schwangerschaftshormone" kann neben all den positiven Wirkungen manchmal auch zu mehr oder weniger unangenehmen Nebenerscheinungen bei der Schwangeren führen.
HCG im Urin bedeutet schwanger!
Eine hormonelle Veränderung - die Ausschüttung von Human Chorionic Gonadotropin (HCG) - wird von vielen Frauen genutzt, die Schwangerschaft festzustellen. Ein Vorhandensein von HCG im Urin lässt einen Schwangerschaftstest positiv werden. Das Hormon, das zunächst stark ansteigt und zur 18. Woche wieder abfällt, wird auch mit der häufig in dieser Zeit endenden Übelkeit in der Früh-Schwangerschaft in Verbindung gebracht, die beispielsweise wegen der höheren Ausschüttung bei Mehrlingsschwangerschaften noch ausgeprägter ist. HCG stimuliert die Hormonproduktion der Gelbkörperzyste in der Frühschwangerschaft, bevor die Plazenta diese Aufgabe übernimmt.
Veränderung der Brustdrüsen
Das Humane Plazentalactogen (HPL) bereitet zusammen mit dem Prolactin die Brustdrüsen auf ihre bevorstehende Aufgabe vor. Das Hormon wird in der Plazenta gebildet und hat einen bedingt diabetogenen Effekt. Das bedeutet, es kann zur Auslösung eines "Schwangerschaftszuckers" beitragen.
Weibliche Geschlechtshormone
Gestagene werden zunächst über das Gelbkörperhormon aus einer physiologischen Eierstockszyste, später aus der Plazenta gebildet. Sie haben die Aufgabe, die Gebärmutter "ruhig zu stellen", d.h. vor vorzeitigen Wehen zu schützen. Gleichzeitig bewirken sie aber auch eine Entspannung der glatten Muskulatur in anderen Strukturen, was zu unliebsamen Nebenerscheinungen führen kann, beispielsweise im Harnleiter zu einem verlangsamten Urintransport und höheren Risiko für aufsteigende Infekte sowie in den Venen zu einem gesteigerten Risiko für Krampfadern und Hämorrhoiden.
Östrogene bewirken den Aufbau der Muskelfasern der Gebärmutter (Muskelhypertrophie) und sorgen so für ein größeres Gebärmuttervolumen. Sie werden zusätzlich von der Plazenta und vom Fötus gebildet und steigen in der Schwangerschaft kontinuierlich an.
Auch die Glukokortikoide als Nebennierenrindenhormone werden um das Zweieinhalbfache vermehrt ausgeschüttet. Diese begünstigen das Auftreten von "Schwangerschaftsstreifen" (Striae), wirken sich begünstigend für die Entstehung eines Schwangerschaftsdiabetes aus, führen andererseits aber zur häufigen Besserung vorbestehender cortisonabhängiger Krankheitsbilder (z.B. Asthma).










