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Späte Schwangerschaft

Risiko oder Segen?

Die Promis machen es vor und immer mehr deutsche Frauen ziehen mit: Spätes Mutterglück liegt voll im Trend. Längst sind Prominente wie Cherie Blair, Madonna, Kim Basinger und Sandra Maischberger keine Ausnahme mehr.

Laut dem Gender Datenreport des Bundesfamilienministeriums nimmt der Anteil von Erstgeburten bei Frauen ab 35 seit Anfang der 90er Jahre stetig zu. Innerhalb von zwölf Jahren hat er sich mit 16,9 Prozent im Jahr 2003 fast verdreifacht. Mittlerweile ist jede vierte Frau bei der Geburt ihres Kindes über 35 Jahre alt.Experten rechnen damit, dass Schwangerschaften ab 40 in 10 bis 15 Jahren gar nichts Ungewöhnliches mehr sein werden. Dieser Trend hat mehrere Ursachen, und nicht immer verbergen sich ehrgeizige Karrierepläne hinter dem späten Familienglück.

Ältere Schwangere achten stärker auf ihre Gesundheit

Mit großer Selbstverständlichkeit entscheiden sich heute immer mehr Frauen für eine späte Schwangerschaft. Sie wollen sich zunächst ihren Platz im Berufsleben sichern- eine Entscheidung, die nur all zu gut nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, dass jede zweite Ehe wieder geschieden wird. Mit einem Problem der ganz anderen Art sehen sich gerade gut ausgebildete Frauen konfrontiert. Rund ein Viertel der Männer sucht sich eine Partnerin mit einem geringeren Bildungsabschluss, während sich Frauen schwer tun, einen Partner mit geringeren Qualifikationen zu akzeptieren. Das hat zur Folge hat, dass es für gut ausgebildete Frauen schlichtweg zu wenig Männer gibt.

So unterschiedlich die Gründe für eine späte Schwangerschaft auch sind: Es gibt es einige Vorzüge, die eine Schwangerschaft ab dem 35. Lebensjahr mit sich bringt. „Frauen in dem Alter, die sich noch ein Kind wünschen, sind meine liebsten Patientinnen. Sie stellen sich ganz bewusst auf die Schwangerschaft ein", erläutert Frauenarzt Ernst Rainer Weissenbacher vom Klinikum der LMU in München-Großhadern. Ältere Schwangere sind gewissermaßen besser vorbereitet, verzichten frühzeitig auf Alkohol und Nikotin, ernähren sich gesünder, schlafen ausreichend und vermeiden Stress. Auch aus psychologischer Sicht ist nichts gegen eine späte Schwangerschaft einzuwenden. Ältere Frauen besitzen einen größeren Erfahrungsschatz und sind deshalb häufig weniger schnell aus der Ruhe zu bringen.

Risiko für Mutter und Kind?

Zu lange sollte Frau jedoch nicht warten, wenn sie sich ein Kind wünscht, denn die natürliche Fruchtbarkeit nimmt schon ab 30 allmählich ab. Während die Chance, ein Kind zu empfangen, bei einer Frau im Alter zwischen 20 und 25 Jahren pro Zyklus bei 30 Prozent liegt, liegt die Chance bei einer Frau mit 35 Jahren nur noch bei 15 Prozent. Häufig reicht jedoch schon eine geringe hormonelle Stimulation, um Frauen ab 35 zu einem Kind zu verhelfen.

Doch wie sieht es mit den Risiken einer späten Schwangerschaft aus? Ist eine ältere Schwangere medizinisch optimal betreut, hat sie eine genauso große Chance, ein normal entwickeltes Kind zur Welt zu bringen wie eine Mutter unter 30. Dennoch zählen Schwangerschaften ab dem 35. Lebensjahr zu den Risikoschwangerschaften. Denn ab dem 35. Lebensjahr steigt die Gefahr von Diabetes oder Bluthochdruck. Werden diese Krankheiten frühzeitig erkannt, können sie erfolgreich behandelt werden. Bleiben die Symptome hingegen unerkannt, kann es zu schweren Komplikationen für Mutter und Kind kommen.

Mit fortschreitendem Alter der Frau steigt zudem die Gefahr einer Fehlgeburt. Einer der Gründe dafür ist der Alterungsprozess der Eizellen, mit dem sich kleine Programmierungsfehler einschleichen können. So schaffen es einige Eizellen nun nicht mehr, sich in die Gebärmutterwand einzunisten und es kommt zu einem Abgang. Auch das Risiko, von Fehlbildungen des Kindes aufgrund alterungsbedingter Schäden im Erbgut nimmt mit den Jahren zu. Während die Gefahr von Trisomie 21, dem sogenannten Down-Syndrom, normalerweise bei etwa 1:7000 liegt, steigt sie bei 35-Jährigen bereits auf 1:385. Wegen dieses Risikos raten die Ärzte älteren Schwangeren zu verschiedenen Diagnose-Methoden, mit denen eine Gefährdung des Kindes nachgewiesen werden kann.


Quelle: Nach Informationen der AOK
Autor: Sibylle Fünfstück
Stand: Dec 23, 2008


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