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Die natürliche Entbindung

Ihr Körper hat sich 40 Wochen lang auf diesen Moment vorbereitet und nun ist es endlich soweit. Die Geburt beginnt und bald werden Sie Ihr Kind kennenlernen.

Nicht bei jeder Schwangeren steht die Wehe am Anfang der Entbindung. Auch der Abgang von Fruchtwasser oder blutigem Schleim kann ein Anzeichen für die nahende Geburt sein. Ist es soweit, kann die Hebamme oder der Arzt benachrichtigt werden. Auch wenn Wehen regelmäßig mindestens alle zehn Minuten kommen, ist es an der Zeit, den Weg zum Krankenhaus zu nehmen. Der Arzt oder die Hebamme wird feststellen, ob der Geburtsvorgang bereits begonnen hat, kontrollieren, wie weit der Muttermund geöffnet ist und die Schwangere gegebenenfalls an einen Wehenschreiber anschließen.

Die Geburtswehen verlaufen rhythmisch und werden im Verlauf der Entbindung stärker und häufiger. Die Wehen, die den Gebärmuttermund öffnen, dauern zunächst zehn bis fünfzehn, später bis zu sechzig Sekunden. Zu Beginn der Geburt liegen die meisten Kinder mit angezogenen Beinen, verschränkten Armen und Kopf auf der Brust am Beckeneingang.

Eine normale Geburt dauert zwischen 4 und 18 Stunden und verläuft in 3 Phasen.

Die Eröffnungsphase

Bei Erstgebärenden kann die Eröffnungsphase 12 Stunden und länger dauern, während sie sich bei Frauen, die bereits Kinder geboren haben, auf etwa 7 Stunden verkürzt. Die meisten Frauen suchen in dieser Zeit die Klinik auf oder informieren die Hebamme. Anschließend muss der Geburtshelfer abklären, ob es sich um eine normale oder eine Risikogeburt handelt, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

In der Eröffnungsphase treten Wehen alle 3 bis 6 Minuten auf. Sie bewirken, dass sich das Muskelgewebe des oberen Gebärmutterhalses zusammenziehen, wodurch sich die unteren Teile der Gebärmutter immer weiter zurückziehen und der Muttermund sich öffnet. Der Kopf des Kindes tritt tiefer und der Gebärmutterhals und die Vagina formen sich zu einem Trichter. Zum Ende der Eröffnungsphase ist der Muttermund bereits 10 Zentimeter geöffnet.

Die Austreibungsphase

Die Austreibungsphase dauert bei Erstgebärenden bis zu zwei Stunden, bei Zweitgebährenden, kann sie deutlich kürzer sein. Die Phase beginnt, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist. Die Fruchtblase platzt und das Kind rutscht in den Geburtskanal. Die Kontraktionen verstärken sich zu Presswehen und die Frauen verspüren einen natürlichen Drang, zu pressen, wodurch das Kind weiter nach unten getrieben wird.

Die Austreibungsphase ist die gefährlichste Phase für das Kind, weil eine verminderte Sauerstoffzufuhr des Kindes droht und es aufgrund des hohen Widerstandes im Beckenboden zudem zu einem erhöhten Druck in seinem Kopf kommt. Aus diesem Grund werden mindestens nach jeder Wehe die Herztöne des Kindes überprüft. Zu diesem Zeitpunkt kann außerdem ein Dammschnitt notwendig werden. Er vermindert den Druck auf den kindlichen Kopf und verhindert, dass der Beckenboden reißt.

Die Pressphase

Die Pressphase dauert bei Erstgebärenden in der Regel 30 bis 40 Minuten, bei Zweitgebärenden etwa 20 Minuten. Damit der Kopf des Kindes leichter durchtreten kann, ziehen viele Schwangere die Beine an den Körper. Unter Anleitung der Hebamme beginnt die Frau jetzt, aktiv mitzupressen. Das Kind wird zur Seite gebogen und mit dem Kopf voran geboren. Bei der nächsten Wehe erfolgt der Durchtritt der Schultern, der nicht immer ganz ohne Schwierigkeiten gelingt, während der restliche Kindskörper häufig mühelos nachfolgt.

Nach der Geburt wird zunächst der Nasen-Rachen-Raum des Kindes abgesaugt und der Nabel durchtrennt. In manchen Kliniken wird das Kind anschließend direkt auf den Bauch der Mutter gelegt, um einen ersten Kontakt zu ermöglichen.

Die Nachgeburtsperiode

Die Geburt ist erst beendet, wenn sich die Plazenta vollständig abgelöst hat. Die Plazentageburt erfolgt in der Regel nach 10 bis 30 Minuten. Weil es auch hier zu Komplikationen kommen kann, bedarf diese Geburt und die anschließende Untersuchung große Sorgfalt. Mögliche Rückstände der Plazenta müssen mit einer Ausschabung entfernt werden, weil sie zu schweren Blutungen oder Infektionen führen können. Anschließend werden mögliche Risse oder Schnitte des Damms unter örtlicher Betäubung vernäht. Wenn Mutter und Kind versorgt sind, ist der große Moment dann endlich gekommen und die beiden können sich in Ruhe kennenlernen.


Quelle: Nach Informationen der Techniker Krankenkasse
Autor: Sibylle Fünfstück
Stand: Jun 5, 2008


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