Kaiserschnitt
Experten-Interview klärt häufige Fragen
Wenn für die Geburt ein Kaiserschnitt sinnvoll oder nötig ist, stehen oft noch Fragen im Raum. Prof. Luttkus hat die Antworten.
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Besteht die Möglichkeit der normalen Geburt, wenn bei einer ersten Schwangerschaft wegen Komplikationen ein Kaiserschnitt durchgeführt werden musste?
Prof. Dr. Luttkus
Ja. In der Regel wird die Mehrzahl der Kinder von Müttern, die bereits einen Kaiserschnitt hinter sich hatten, auf normalem Wege entbunden. In erfahrenen Zentren liegt die Rate bei bis zu 75%. Hier sollten Sie aber vor der Entbindung unbedingt ein Beratungsgespräch und eine Untersuchung in der Entbindungsklinik durchführen lassen, um möglicherweise weiter bestehende Risiken und Gründe für einen Folgekaiserschnitt rechtzeitig zu erkennen. Für den Geburtsverlauf bedeutet der Zustand nach Kaiserschnitt immer eine strenge Überwachung, da die Gefahr des Reißens der alten Narbe besteht (Häufigkeit ca.1-3%).
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Kann eine Patientin nach zwei Entbindungen per Kaiserschnitt bei der dritten Schwangerschaft auf eine normale Geburt hoffen?
Prof. Dr. Luttkus
Das Rupturrisiko (Reißen der Narbe) bei zwei vorausgegangenen Kaiserschnitten ist deutlich erhöht. Man geht im Allgemeinen von einer Wahrscheinlichkeit in einer Größenordnung von 13% aus, d.h. etwa eine von sieben Frauen ist betroffen. Wenn Sie dennoch eine vaginale Entbindung wünschen, muss dies in Ihrer Geburtsklinik sehr intensiv abgewogen werden. Die Situation erfordert ebenso eine intensive Untersuchung und qualifizierte Entscheidung rechtzeitig vor dem möglichem Wehenbeginn.
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Löst die Wunsch-Sectio alle Probleme?
Prof. Dr. Luttkus
Nein, denn die Risiken einer Schnittentbindung für die Mutter stehen in keinem Verhältnis zu dem Vorteil, der sich aus der Vermeidung einer Geburtskomplikation ergibt (ca. 10% Geburtsstillstände). Das Risiko von frühen Komplikationen beim Kaiserschnitt (Wundheilungsstörungen, Nachblutungen, Organverletzungen und Thrombosen) ist zwar relativ gering. Nicht übersehen darf man jedoch, dass jede folgende Schwangerschaft automatisch zur Risikoschwangerschaft wird. Die dann drohenden Komplikationen wie das Reißen der Narbe (Uterusruptur) oder Einwachsen des Mutterkuchens im Bereich der alten Narbe sind dann schwerwiegend und können lebensbedrohlich werden.








