Geburtslage des Kindes
Welche Möglichkeiten gibt es bei Steißlage und hohem Gradstand?
Nicht alle Babys nehmen um den Zeitpunkt der Geburt die optimale Lage ein. Zeichnet sich eine schwierige Geburtslage ab, werden besondere Maßnahmen nötig.
Steißlage um den Geburtszeitpunkt
Wird vorgeburtlich eine Steißlage festgestellt, bieten viele Kliniken die äußere Wendung an, um Ihr Kind in Schädellage zu bringen. Voraussetzung dafür ist, dass eine Reife des Kindes von 35 Schwangerschaftswochen besteht. Die Erfolgsrate dieses Verfahrens ist von vielen individuellen Befunden abhängig. Sie liegt etwa bei 60%.
Am Geburtstermin liegen ca. 5% aller Kinder in Steißlage. Wenn keine Risiken beim Kind oder bei der Mutter vorliegen, besteht in der Regel die Möglichkeit, sich für eine Entbindung auf normalem Wege (vaginale Geburt) zu entscheiden. Voraussetzung hierzu ist, dass Sie sich rechtzeitig in der Geburtsklinik melden, um eine individuelle Beratung für Ihre persönliche Situation zu erhalten. Unter anderem durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) wird intensiv kontrolliert, ob bestimmte zusätzliche Risiken für eine vaginale Geburt aus Steißlage bestehen. Ist dies der Fall, wird man mit Ihnen einen Termin für eine so genannte primäre Kaiserschnittentbindung vereinbaren, die ab dem Zeitpunkt der vollendeten 38. Schwangerschaftswoche, aber noch vor Einsetzen der natürlichen Wehentätigkeit erfolgt.
Für Ihre Entscheidung sollten Sie wissen, dass eine Geburt aus Steißlage für das Kind mit erhöhten Risiken verbunden ist, während eine primäre Schnittentbindung für die Mutter risikovoller ist. So wird bei normalem Geburtsweg und Steißlage Druck auf die Nabelschnur ausgeübt, woraus eine geringgradige Minderversorgung des Kindes mit Sauerstoff resultiert. Selten kommt ein Hochschlagen der Arme des Kindes vor. In diesem Fall müssen spezielle Handgriffe durchgeführt werden, um die weitere Austreibung der Kindesarme zu ermöglichen. Dabei kann es zu Traumatisierungen des Kindes kommen.
Hoher Gradstand
Normalerweise tritt das kindliche Köpfchen mit seinem längsovalen, also größten Durchmesser quer liegend in das (querovale) mütterliche Becken ein. Bei dieser Lage sind Kopfdurchmesser des Kindes und mütterlicher Beckendurchmesser optimal angepasst, sodass das Kind in den Geburtskanal eintreten kann. Wenn trotz kräftiger Wehen und vollständiger Eröffnung des Muttermundes das kindliche Köpfchen jedoch in Längsrichtung im Beckeneingang steht, spricht man von einem hohen Gradstand, der den Austritt erschwert oder verhindern kann. Eine häufige Ursache dafür, dass das Kind diese Fehllage einnimmt, ist ein Missverhältnis zwischen dem Köpfchen des Kindes und der Größe des Beckens. Bei Gradstand ist in der Regel die Schnittentbindung notwendig.








