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Nach Schwangerschaft & Geburt

Der Umgang mit dem Neugeborenen

Trotz größter Zuneigung müssen sich Mutter und Kind erstmal aneinander gewöhnen. Die ersten Tage sind manchmal schwierig, viele Fragen können entstehen.

Um Mutter und Kind den bestmöglichen Start zu geben, bieten viele Geburtskliniken heute bis zu 24 Stunden lang „Rooming-in" an, d.h. Mutter und Kind sind nicht mehr getrennt. Das Pflegepersonal leitet die Mutter in der täglichen Pflege und Ernährung Ihres Kindes an, damit sie die Aufgaben bald selbstständig übernehmen und die gesammelten Erfahrungen nach Hause mitnehmen kann.

Wo und wie soll das Kind schlafen?

Sie können Ihr Kind neben Ihrem Bett in sein Bettchen legen. Sie können es auch hin und wieder zu sich ins Bett nehmen. Achten Sie dann darauf, dass Sie im Rücken des Kindes ein Kissen platzieren und das Kinderbett fest an die Bettseite stellen, auf der das Kind liegt, damit es nicht herausrollen kann.

Bitte berücksichtigen Sie als Grundregel, dass das Kind in den ersten Lebenstagen besonders überwachungsbedürftig ist. Daher ist bei jeder Auffälligkeit (Hautverfärbung, Erbrechen, auffällige, z.B. stöhnende Atmung) die Krankenschwester oder der Arzt zu rufen.

Lassen Sie Ihr Kind im Schlafsack schlafen. Er schützt das Baby davor, dass es unter die Zudecke rutscht. Bitte lagern Sie es im eigenen Bett in Rückenlage auf festem Untergrund und vermeiden Sie einen Wärmestau durch Zudecken mit einer Decke oder einem Federkissen. Lassen Sie Ihr Baby in Ihrer Nähe schlafen. Empfehlenswert ist ein Babybalkon, der an Ihrem Bett befestigt wird.

Untersuchungen beim Neugeborenen

Ihr Kind wird nach der Geburt gewogen und die Temperatur wird (falls erforderlich) gemessen. Die Menge an gelbem Blutfarbstoff (Bilirubin), der bei manchen Neugeborenen übermäßig anfällt, sollte routinemäßig bei allen Babys überprüft werden, indem am 3. Lebenstag die Gelbfärbung der kindlichen Haut gecheckt wird (BiliCheck). Für den Suchtest auf Stoffwechselerkrankungen wird eine Blutprobe an der Ferse entnommen. Zu Hause müssen Sie nur ein Mal pro Woche wiegen, um das Gedeihen festzuhalten.

Tipps zur Körperpflege

Einige Kliniken baden die Kinder nicht mehr, weil dies den natürlichen Hautschutz stört. Mit klarem, warmem Wasser werden nur Blutreste von der Geburt, Stuhl und Schmutz entfernt. Selten braucht man dazu pH-neutrale Babyseife. Am besten, Sie schaffen sich zu Hause viele Waschlappen an und geben diese nach jeder Benutzung in die Wäsche.

Bei Mädchen wird der Geschlechtsbereich mit einem feuchten Waschlappen von vorne nach hinten von Stuhl gereinigt, damit keine Stuhlkeime in die empfindliche Harnröhrenöffnung eingeschleust werden. Zu Hause können Sie Ihr Kind nach Abfallen des Nabelschnurrestes ab und an in warmem, klarem Wasser (ohne Zusätze) baden, wobei vor dem Herausnehmen ein Schuss Olivenöl ins Badewassser die Haut "versiegelt". Anschließend nicht rubbeln, sondern mit einem weichen Tuch nur trocken tupfen. Zu viel Baden trocknet die Haut aus.

Problemzonen Windelbereich und Nabel

Für den Windelbereich können Sie eine Babycreme verwenden. Einmalwindeln sollten so angelegt werden, dass der Nabelschnurrest ausgespart ist (oben umschlagen). Der Nabelschnuransatz wird in der Klinik meist mit 70%igem Isopropanol gesäubert. Die Reinigung sollten Sie zu Hause ein Mal täglich fortführen, wobei Sie ein frisch entnommenes Wattestäbchen verwenden. Die Lösung gibt es in der Apotheke. Nach etwa 8-14 Tagen fällt der Nabelschnurrest ab.


Autor: Prof. Joachim W. Dudenhausen und Prof. Dr. med. Renate Bergmann
Stand: Nov 18, 2008


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