
Risikofaktoren für Schlaganfall
Lebensstil
Gesunde Ernährung, Sport und der Verzicht auf Alkohol und Rauchen beugen dem Schlaganfall vor und mindern das Risiko. Jeder zweite Schlaganfall könnte durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden!
Übergewicht ist mit einem erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen verbunden: So erhöht Übergewicht das Schlaganfall-Risiko um das Zwei- bis Dreifache. Häufig ist das Übergewicht kein alleinstehender Risikofaktor, sondern tritt in Kombination mit Diabetes mellitus, erhöhtem Cholesterinspiegel und Bluthochdruck auf. Auf diese Weise kann das Schlaganfallrisiko wesentlich höher liegen, als man bei der Betrachtung der Einzelfaktoren vermuten würde. Die Verteilung des Körperfettes bestimmt unter anderem das Risiko für Herzkreislauferkrankungen. Unterschieden wird zwischen dem "Apfel-" und dem "Birnentyp". Denn Fettzellen im Bauchbereich (Apfeltyp) sind im Vergleich zu den Fettzellen an Hüften und Gesäß (Birnentyp) sehr stoffwechselaktiv. Sie sind keine reinen "Speicherzellen", sondern geben vermehrt Fettsäuren und hormonähnliche Stoffe ins Blut ab. Diese Substanzen fördern die Entwicklung von schädlichen Ablagerungen an den Gefäßwänden (Arteriosklerose) und erhöhen das Risiko für Bluthochdruck und damit auch das für einen Schlaganfall. Mithilfe eines Maßbandes kann der Bauchumfang gemessen werden. Das Risiko erhöht sich bei folgenden Messwerten:
| erhötes Risiko | deutlich erhöhtes Risiko | |
| Frauen | > 80 Centimeter | > 88 Centimeter |
| Männer | > 94 Centimeter | > 102 Centimeter |
Um Übergewicht vorzubeugen, ist eine bewusste Ernährung in Kombination mit körperlicher Aktivität besonders wichtig, denn so beeinflussen Sie Ihren Stoffwechsel und senken zudem das Risiko von Erkrankungen.
Bewegungsmangel fördert die Entstehung von Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall. Körperliche Aktivität hält dagegen das Herz-Kreislauf-System in Schwung. Blutdruck und Cholesterinwerte werden gesenkt, das Gewicht reduziert und der Zuckerstoffwechsel reguliert. Nach aktuellen Empfehlungen sollten Erwachsene jeden Tag mindestens 30 Minuten körperlicher Aktivität nachgehen.
Rauchen: Raucher haben ein etwa vierfach erhöhtes Risiko für eine Gehirnblutung und ein doppelt so hohes Risiko für einen Hirninfarkt. Der Nikotinkonsum fördert die Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Zusätzlich verändern die Substanzen im Zigarettenrauch die Blutgerinnung. Es besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden. Raucher haben daher auch ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder eine periphere arterielle Verschlusskrankheit ("Raucherbein"). Das Rauchen einzustellen lohnt sich: Innerhalb eines Jahres sinkt das Schlaganfall-Risiko auf das Niveau eines Nichtrauchers.
Alkoholkonsum>: Alkohol in kleinen Mengen genossen, führt zu einer leichten Verdünnung des Blutes und stellt daher kein Risiko für einen Hirninfarkt dar. Übermäßiger Alkoholkonsum steigert dagegen das Schlaganfallrisiko. Durch eine erhöhte Blutverdünnung ist die Gefahr einer Hirnblutung sehr groß. Die Blutverdünnung ist dabei nur ein Faktor. Mit steigendem Konsum verschlechtern sich z. B. auch die Blutfettwerte. Gefährlich wird der Alkoholkonsum besonders dann, wenn Sie unter Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Lebererkrankungen, erhöhten Triglyceriden, Diabetes mellitus oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung leiden.
Nolte CH, Müller-Nordhorn J, Jungehülsing GJ, Rossnagel K, Rich A, Klein M, Willich SN, Villringer A (2005): Symptome, Risikofaktoren, Ätiologie von transitorisch ischämischer Attacke und Schlaganfall. Der Nervenarzt (2005); 76: 1231-1238, Springer Verlag, Heidelberg.
Gorelick PB (2009): Primary Prevention of Stroke. Circulation (2009); 118: 904-906, American Heart Association.






