Therapie
Singen kann Schlaganfallpatienten helfen
Singen kann laut einer Untersuchung von US-Forschern das Gehirn neu verschalten und auf diesem Wege Schlagfallpatienten helfen, Sprache neu zu lernen.
Schlaganfallpatienten haben häufig Probleme mit dem Sprechen. Die Verständigung mit Hilfe gesungener Wörter könnte um ein Vielfaches leichter für sie sein und außerdem dem Gehirn dabei helfen, Nerven neu zu verschalten und die Sprechfähigkeit wiederzuerlangen. Bei einem Schlaganfall ist die Durchblutung eines Hirnreals gestört. Nervenzellen in diesem Bereich werden nicht mehr mit Blut versorgt und sterben ab. Ist genau jenes Areal betroffen, in dem das Sprachzentrum liegt, haben die Betroffenen mitunter große Probleme, sich zu verständigen.
Die Forscher von der Harvard Medical School in Boston haben nun auf einer Konferenz der American Association of for the Advancement of Science (AAAS) eine Studie vorgestellt, aus der hervorgeht, dass beim Singen andere Hirnreale aktiv sind als beim Sprechen. Schlaganfallpatienten können also über gesungene Worte kommunizieren, auch wenn ihr Sprachzentrum gestört ist. Die Forscher haben eine sogenannte "Melodische Intonationstherapie" entwickelt, die Schlaganfallpatienten mit Sprechstörungen bzw. komplettem Sprachverlust während nur einer Therapiesitzung in die Lage versetzt hat, einen kompletten Satz zu singen.
Neurologe Gottfried Schlaug erläutert, dass beim Singen das Sprachzentrum des Gehirns umgangen wird. Außerdem scheint die musikalische Verständigung das Gehirn neu zu verschalten. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren konnte der Arzt zeigen, dass in den Gehirnen der singenden Testpersonen neue Nervenverbindungen entstanden waren.





