Schlaganfallversorgung
Andere Verfahren

Die Möglichkeiten, mittels kathetergestützter Verfahren die Wiedereröffnung (Rekanalisation) eines akut verschlossenen Hirngefäßes zu erreichen, haben sich ebenfalls weiterentwickelt.
Anfangs wurde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, r-tPA oder andere Gerinnsel auflösende Medikamente direkt an den Ort des Verschlusses im Gefäß zu applizieren, um lokal hohe Medikamentenkonzentrationen zu erreichen. Dies führte zu einer verbesserten Wiedereröffnungsrate und, zumindest in kleinen Studien, auch zu einem besseren Behandlungsergebnis. Neuere Arbeiten unterstützen die Annahme, dass die intraarterielle Gabe einer intravenösen Lysetherapie bei speziellen Krankheitsbildern überlegen ist. Allerdings stammen diese Beobachtungen von einzelnen Zentren mit großer Erfahrung in der Anwendung der katheterbasierten Verfahren.
Es folgten verschiedene Versuche, den Lyse-Prozess durch mechanische Manipulation mit der Katheterspitze und speziellen Vorrichtungen zu verbessern. Mittlerweile steht ein ganzes Arsenal verschiedener Kathetersysteme zur mechanischen Rekanalisation zur Verfügung, das gelegentlich unter dem Motto "mit Staubsauger und Bürste gegen den Schlaganfall" beworben wird. Wissenschaftlich belastbare Belege einer Überlegenheit dieses Ansatzes gegenüber einer herkömmlichen intravenösen Lysetherapie im Zeitfenster bis 4,5 Stunden fehlen aber bisher. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass auch geübte Spezialisten in der Regel mehr als 30 Minuten brauchen, um mit dem Katheter an den Ort des Verschlusses zu gelangen. Da die oberste Maxime aber auch in diesem Fall "Zeit ist Gehirn – jede Minute zählt!" ist, kommt es beim Einsatz der mechanischen Verfahren erneut zu einem Wettlauf mit der Zeit. Trotz guter Rekanalisationserfolge insbesondere bei großen Hauptstammverschlüssen (z.B. im Bereich der mittleren Gehirnschlagader oder der Halsschlagader) ist nicht klar, ob das langfristige Behandlungsergebnis der Patienten besser ist als bei einer intravenösen Lysetherapie.
Allerdings ermöglicht es die mechanische Entfernung eines Blutgerinnsels (mechanische Thrombektomie), auch schwer betroffene Patienten zu versorgen, die aus medizinischen Gründen keine Lysetherapie bekommen können. Das gilt zum Beispiel für Kranke, die während eines größeren operativen Eingriffs einen schweren Schlaganfall erlitten haben.
Eine weitere Möglichkeit, die Wiedereröffnung (Rekanalisation) verstopfter Hirngefäße zu verbessern, ist die "Verstärkung" des Lyseprozesses mit Ultraschall. Ein nachweisbarer Therapieeffekt lässt sich nicht nur mit niedrigen Ultraschallfrequenzen, sondern auch mit Frequenzen im diagnostischen Band um 2 MHz erreichen. So konnten etwa in der CLOTBUST-Studie mit Lysetherapie unter Beschallung höhere Rekanalisationsraten erreicht werden als mit Lysetherapie ohne Ultraschall. Diese als "Sonothrombolyse" bezeichnete Therapie ist noch nicht ausgereift, hat aber für die Zukunft erhebliches Potenzial.
Dekompressive Kraniektomie ("druckentlastende Schädeleröffnung")
Zukunftsmusik
Einführung: Meilenstein der Hochleistungsmedizin
Stroke-Units
Lysetherapie
