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Schlaganfall

Weitere Untersuchungsverfahren

Nach dem Schlaganfall ist die schnelle Diagnostik entscheident, um den Ort der Durchblutungsstörung zu lokalisieren und dessen Ursache zu klären. Eine Angiographie und Dopplersonographie sowie das EKG und die Echokardiographie sind weiterführende Untersuchungen, um eine langfriste Therapie zur Vorsorge eines weiteren Schlaganfalls einzuleiten.

In der Akutphase des Schlaganfalls und während der Versorgung auf einer Stroke-Unit erfolgt eine intensive Überwachung von Atem-, Herzkreislauf- und Stoffwechselfunktion. Ergänzt werden die Untersuchungen durch die Kontrolle der Blutwerte. Untersucht wird z.B. die Blutgerinnung, der Blutzuckersielgel und der Sauerstoffgehalt im Blut. Im Verlauf der weiteren Krankenhausbehandlung werden weitere diagnostische Maßnahmen vorgenommen, die je nach dem Krankheitsverlauf der Patienten verordnet werden:

EKG

Jeder vierte Schlaganfall wird durch ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel aus dem Herzen verursacht - Ärzte sprechen dann von einer kardialen Embolie. Daher muss bei jedem Schlaganfall-Patienten zumindest ein Ruhe EKG durchgeführt werden, um die Herzfunktion zu prüfen. Ein ischämischer Schlaganfall kann zudem Herzrhythmusstörungen zur Folge haben und einen Myokardinfarkt verursachen. Häufig wird daher ein Langzeit-EKG über 24 Stunden und ein Belastungs-EKG verordnet.

Doppler-Sonographie (Ultraschalluntersuchung der Gefäße)

Ein wichtiges Verfahren zur Risikobeurteilung ist die sogenannte Doppler-Sonographie der Hirngefäße. Mit diesem Verfahren können die Strömungsverhältnisse in den Gefäßen dargestellt werden. Engstellen und Verkalkungen der Gefäße, die eine Durchlässigkeit des Blutes erschweren, werden nachgewiesen.

Angiographie (Röntgendarstellung der Blutgefäße)

Eine direkte Darstellung der Hirngefäße ist durch eine Angiographie möglich. Die Angiographie zeigt Gefäße , deren Beurteilung durch eine Doppler-Sonographie zum Teil nicht möglich ist. Nachdem ein Kontrastmittel in den Kreislauf des Patienten gespritzt wird, erfolgt ein Röntgenbild vom Kopf. Die einzelnen Blutgefäße können sehr genau dargestellt und beurteilt werden. Der Nachteil: Das Kontrastmittel kann zu Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten führen (zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen oder im schlimmsten Fall zum allergiebedingten Schockzuständen).

Echokardiographie (Ultraschall des Herzens)

Besteht der Verdacht, das ein aus dem Herzen eingeschwemmtes Blutgerinnsel den Schlaganfall verursacht hat, wird ein Ultraschall vom Herzen gemacht. Dieses Verfahren nennt man Echokardiographie. Reicht die Untersuchung durch das Aufsetzen des Schallkopfes auf dem Brustkorb nicht aus, wird ein kleiner Schallkopf über die Speiseröhre eingeführt. Wie bei einer Magenspiegelung muss der Patient den Schlauch schlucken. Dank der technischen Entwicklung sind die Geräte heute so klein, dass diese Untersuchung in der Regel problemlos durchführbar ist.

Auch nach der Akutbehandlung auf einer Stroke-Unit ist bei vielen Patienten weiterhin eine tägliche Kontrolle der Blutzucker und Blutdruckwerte notwendig. Das Ausmaß notwendiger Untersuchungen richtet sich nach dem individuellen Krankheitsverlauf des Patientens.


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), Deutsche Schlaganfall Gesellschaft (DSG) (2008): Leitlinien zur Akuttherapie des ischämischen Schlaganfall 2008 (Aktualisierung Mai 2009). Download unter http://www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/LL2008/ll08kap_023.pdf am 15.03.2010.
Laufs U, Hoppe UC, Rosenkranz S, Kirchhof P, Böhm M, Diener HC, Endres M, Grond M, Hacke W, Ringelstein EB, Röther J. Dichgans M (2010): Kardiologische Diagnostik nach zerebraler Ischämie. Nervenarzt 2010: DOI 10.1007/s00115-009-2901-3. Download unter http://www.springerlink.com/content/b17u47526m25qw21/fulltext.pdf am 12.04.2010.
Autor: Springer Medizin, aktualisiert von Verena Horsthemke
Stand: Aug 13, 2010


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