
Schlaganfall bei Vorhofflimmern
Wenn der Vorhof des Herzens aus dem Takt gerät
Bei einem Schlaganfall ist die Blutzufuhr zu Teilen des Gehirns unterbrochen. Eine Ursache dafür können Blutgerinnsel aus dem Herzen sein. Vorhofflimmern begünstigt die Entstehung solcher Gerinnsel.
Im Normalfall schlägt das menschliche Herz 60- bis 100-mal pro Minute und damit mehr als 100.000-mal pro Tag. Im Verlauf eines 80jährigen Lebens kommen so durchschnittlich drei Milliarden Schläge zusammen. Den Rhythmus gibt dabei der sogenannte Sinusknoten vor, eine Gruppe von Zellen im rechten Herzvorhof, die kleine elektrische Impulse aussendet. Gerät das Herz aus dem Takt - Ärzte sprechen dann von Herzrhythmusstörungen oder Arrhythmien - können lebensbedrohliche Zustände die Folge sein.
Dabei ist nicht nur das Herz unmittelbar betroffen: Vorhofflimmern beispielsweise, eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen, kann zur Entstehung eines Schlaganfalls führen. Vorhofflimmern wird durch eine Reihe von Risikofaktoren begünstigt. Dazu zählen Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und die koronare Herzkrankheit.
Wie äußert sich Vorhofflimmern?
Beim Vorhofflimmern sendet der Herzvorhof in sehr schneller Abfolge ungeordnete elektrische Impulse aus. Dadurch gerät die Abstimmung von Herzvorhof und Herzkammer durcheinander, beide schlagen plötzlich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Die Patienten empfinden oft Herzrasen oder Herzstolpern und fühlen sich unruhig.
Vorhofflimmern kann zum Schlaganfall führen
Durch die fehlende Abstimmung zwischen Vorhof und Kammer infolge des Vorhofflimmerns kann die Herzkammer das Blut nicht mehr effizient weiterpumpen. In der Folge staut sich das Blut im Vorhof des Herzens an und ein Blutpfropf (Gerinnsel) kann sich bilden. Wenn er sich löst, kann er in die Arterien ausgeschwemmt werden, die das Gehirn versorgen, und dort den Blutfluss behindern. Es kommt zu einem Schlaganfall.
Ältere Patienten mit Vorhofflimmern haben ein fünffach erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Schätzungen zufolge wird mindestens ein Drittel aller Schlaganfälle, die auf ein Blutgerinnsel zurückgehen, von Gerinnseln aus dem Herzen verursacht. Meist ist in diesen Fällen Vorhofflimmern die Ursache dafür, dass sich überhaupt ein solches Gerinnsel gebildet hat.
Die Folgen eines Schlaganfalls sind oft gravierend
Die Schäden, die ein Schlaganfall hinterlassen kann, sind gravierend. Ihr Ausmaß hängt davon ab, in welcher Hirnregion die Blutzufuhr unterbrochen wurde, wie groß das betroffene Areal war und wie lange die Unterbrechung anhielt. Häufigste Folgen sind Lähmungen auf einer Körperseite, Gehstörungen, Empfindungsstörungen, Koordinationsschwierigkeiten, Sprech- und Sprachstörungen, Sehstörungen, Störungen des Schluckvermögens sowie Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit (z.B. gestörtes Erinnern, gestörtes Konzentrationsvermögen). Die daraus resultierenden Behinderungen können oft nur durch eine langwierige Rehabilitation rückgängig gemacht oder gebessert werden.
Ein Schlaganfall durch Vorhofflimmern kann verhindert werden
Um einen Schlaganfall zu verhindern, wird Patienten, die älter als 65 Jahre sind und an Vorhofflimmern leiden, die Einnahme blutverdünnender Mittel empfohlen. Mithilfe dieser sogenannten Antikoagulanzien lässt sich die Bildung eines Blutgerinnsels im Herzvorhof unterbinden.
Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und koronare Herzkrankheit können zur Entstehung von Vorhofflimmern beitragen und sollten konsequent behandelt werden. Darüber hinaus trägt eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener, kalorien- und fettarmer Ernährung und viel körperlicher Bewegung dazu bei, das Schlaganfallrisiko zu verringern.






