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Schlaganfall

Zahlen und Fakten

Die Zahl der jährlichen Schlaganfälle wird auf rund 250.000 Ereignisse geschätzt. Behinderung und Pflegebedürftigkeit sind die Folge – besonders in höherem Lebensalter. Ein besonderer Krankheitsverlauf wurde bei Frauen beobachtet. Die Symptome sind weniger eindeutig - und das hat Folgen.

In Deutschland erkranken 200 000 bis 250 000 Menschen pro Jahr an einem Schlaganfall. Nach den Krebs- und Herzerkrankungen ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache. Etwa 20 Prozent der Betroffenen versterben an den Folgen der Erkrankung. Der Schlaganfall ist außerdem die häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit. Rund 30 Prozent der Überlebenden bleiben dauerhaft auf Hilfe angewiesen.

Weltweit erleiden jährlich etwa 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall. Etwa ein Drittel der Patienten verstirbt an den Folgen der Erkrankung. Im Vergleich zu Deutschland ist die weltweite Sterblichkeit nach dem Schlaganfall deutlich höher.

Schlaganfall und Lebensalter

Der Schlaganfall tritt vornehmlich im höheren Lebensalter auf: Männer sind bei einem erstmaligen Schlaganfall im Durchschnitt etwa 68 Jahre, Frauen etwa 75 Jahre alt. Das hohe Alter von Schlaganfall-Patienten ist vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung unserer Gesellschaft - durch eine verbesserte Vorsorge und medizinische Fortschritte - von Bedeutung. Aufgrund der Zunahme älterer Menschen ist damit zu rechnen, dass die Zahl von Menschen, die mit den Folgen des Schlaganfalls leben, ansteigen wird. Experten bezeichnen den Schlaganfall bereits als "Epidemie des 21. Jahrhunderts".

Schlaganfall bei Frauen

Schlaganfälle verlaufen bei Frauen häufig schwerer als bei Männern. Zudem zeigen sich bei Frauen häufig unspezifische Symptome wie Bewusstseinsstörungen, Schmerzen, Missempfindungen oder Verwirrtheit. Anzeichen, die nicht sofort auf einen Schlaganfall schließen. So dauert es oft länger, bis ein Schlaganfall als solcher erkannt und entsprechend behandelt wird.

Der schwere Krankheitsverlauf ist auch auf das höhere Lebensalter und die Ursache des Schlaganfalls zurückzuführen. Frauen leiden im späteren Lebensalter zunehmend unter Herzrhythmusstörungen, die sich am häufigsten durch Vorhofflimmern bemerkbar machen. Das Vorhofflimmern fördert die Bildung von Blutgerinnseln im Herzen, die sich ablösen können, große Blutgefäße im Gehirn verstopfen und zu einem „kardioembolischen Schlaganfall“ führen. Zumeist sind größere Hirnareale betroffen, die die Chance auf ein komplett unabhängiges Leben nach dem Schlaganfall verringern. Jede zweite Schlaganfall-Patientin kann innerhalb von drei Monaten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ihre Alltagsaktivitäten wieder vollständig aufnehmen, bei Männern sind es dagegen rund 70 Prozent.


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Autor: Springer Medizin, aktualisiert von Verena Horsthemke
Stand: Aug 25, 2010


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