Frühe entzündliche Polyarthritis
Stoppen intramuskuläre Glukokortikoide die Krankheit?
Wenn mehrere Gelenke schmerzen und entzündet sind, könnte dies der Beginn einer rheumatoiden Arthritis sein. Kann die Krankheit gestoppt werden, bevor sie richtig beginnt? Das wollten ein internationales und ein britisches Ärzteteam wissen.
Glukokortikoide sind eine potente Waffe im Kampf gegen entzündliche Gelenkbeschwerden. Deshalb waren die Ärzte optimistisch, dass bei frühem Therapiebeginn Einfluss auf den weiteren Verlauf der Gelenkbeschwerden genommen werden kann. Beide Arbeitsgruppen vermuteten, dass die Therapie in den ersten Wochen im besten Fall die Krankheit stoppen, zumindest aber die Notwendigkeit einer Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten, so genannten Basismitteln, hinauszögern würde.
Leider gibt es keine eindeutige Antwort auf die Frage, ob sich die Krankheit stoppen lässt, bevor sie richtig beginnt. Während die britischen Ärzte in der STIVEA-Studie zu einem positiven Ergebnis kamen, war das Ergebnis des internationalen Teams in der SAVE-Studie enttäuschend. Dies lässt sich wahrscheinlich mit dem unterschiedlich frühen Beginn und dem etwas anderen Therapieschema erklären:In der STIVEA-Studie waren die Patienten innerhalb der ersten vier bis zehn Wochen behandelt worden – und hatten drei Glukokortikoid-Injektionen im Abstand von jeweils einer Woche erhalten. Durch dieses Schema konnte der Bedarf für ein krankheitsmodifizierendes Medikament hinausgezögert werden. Zudem hatten weniger Patienten nach einem Jahr eine Arthritis. Jeder Fünfte aus der Glukokortikoid-Gruppe war frei von Gelenksymptomen, in der Placebogruppe nur jeder Zehnte.
Anders in der SAVE-Studie: Hier wurden die Patienten in den ersten 16 Wochen, also später, behandelt, und erhielten nur eine Injektion mit einer etwas höheren Glukokortikoiddosis. In dieser Studie war nach einem Jahr knapp jeder Fünfte in Remission – allerdings genauso oft nach Placebo- wie nach Glukokortikoidinjektion. Die Therapie mit Glukokortikoiden ersparte den Patienten auch nicht die spätere Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten. Nach einem Jahr benötigte sie in beiden Gruppen etwa jeder Zweiten.




