Herzgesundheit

Bei Rheuma ist auch das Herz in Gefahr

Für das Herz ist eine Rheumatoide Arthritis (RA) ebenso schlecht wie ein Diabetes mellitus: Das kardiovaskuläre Risiko ist bei beiden Erkrankungen etwa verdoppelt - im Vergleich zur Normalbevölkerung. Bei Patienten mit RA sollten andere Risikofaktoren für Herz und Gefäße daher eliminiert werden.

WIESBADEN. Die Therapie von RA-Patienten wird immer besser, berichtete Professor Klaus Krüger beim Rheuma Update. So habe etwa eine schwedische Studie Daten zweier Kohorten mit RA-Patienten - eine startete 1978, eine 1995 - ausgewertet und mit den Daten der Normalbevölkerung verglichen. Die 95er-Kohorte war intensiver behandelt und wies eine geringere Krankheitsaktivität und Funktionseinschränkung auf, sagte der Rheumatologe vom Praxiszentrum St. Bonifatius in München.

Krüger schob jedoch ein Aber hinterher: Zwar war die Gesamtmortalität der RA-Patienten im Vergleich zur Normalbevölkerung in der 95erKohorte nicht mehr erhöht, was in der 78er-Kohorte noch anders gewesen sei. "Aber die kardiovaskuläre Sterberate war in beiden Kohorten gleich." Eine Metaanalyse der Daten von fast 100 000 RA-Patienten sei zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Von 1960 bis 2008 - in fast fünf Jahrzehnten - habe sich die kardiovaskulär bedingte Mortalität bei RA-Patienten kaum verändert.

"Das kardiovaskuläre Risiko ist bei RA schon zu Beginn der Erkrankung erhöht", warnte Krüger bei der von Abbott Immunology unterstützten Fortbildungsveranstaltung. Denn pathologische arterielle Befunde seien bei RA-Patienten bereits sehr früh nachweisbar. "Bei Patienten mit RA müssen andere kardiovaskuläre Risikofaktoren unbedingt eliminiert werden", forderte Krüger und verwies auf die Empfehlungen der europäischen Rheumaliga EULAR.

Demnach soll die Krankheitsaktivität der RA zur Risikoverringerung bestmöglich gesenkt werden und ein jährliches Assessment der traditionellen Risikofaktoren erfolgen. Zur Therapie gegen diese Risikofaktoren rät die EULAR wegen möglicher zusätzlicher antientzündlicher Effekte, vorzugsweise Statine, ACE-Hemmer und Sartane anzuwenden. Glukokortikoide sollten möglichst niedrig dosiert werden, die Verordnung von NSAR solle mit Vorsicht erfolgen, vor allem bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren. Auf die Frage, ob RA-Patienten nicht prophylaktisch ASS gegeben werden solle, antwortete Krüger: "Dazu gibt es bisher keine Daten." Außerdem sei die ASS-Komedikation wegen der oft genommenen NSAR und dem dann deutlich steigenden gastrointestinalen Risiko schwierig.

Kommen mehrere Risikofaktoren zusammen, potenzieren sich die einzelnen Faktoren, erinnerte Krüger an die Daten der INTERHEART-Studie: Raucher mit Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck hatten demnach ein etwa 10-fach erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, kamen noch schlechte Blutfettwerte hinzu, war das Risiko 40-fach, mit zusätzlicher Adipositas über 60-fach höher als in der Kontrollgruppe ohne Risikofaktoren.


Quelle: Nach Informationen von www.arztezeitung.de
Autor: Michael Hubert
Stand: Apr 14, 2010


Sie lesen gerade:

Bei Rheuma ist auch das Herz in Gefahr

Seite empfehlen:
A A A

Testen Sie sich selbst!

25965202_fragezeichen

Selbsttest Rheuma

Haben Sie Rheuma? Nach fünf Fragen wissen Sie mehr!

zum Selbsttest

Rheuma Forum

paar_reif

Reden über Rheuma

Sie wollen erfahren, wie andere Rheuma-Patienten mit der Arthritis, einem Morbus Bechterew u.a. umgehen? Im Diskussionsforum können Sie sich austauschen.

Rheuma-Forum

LIFELINE Web-TV Rheuma

Rheuma früh erkennen

Rheuma - Was ist das? mehr
Rheuma früh behandeln mehr
Zum laufenden Programm

Special Gesunder Urlaub

nordic_walking_wandern_sport_frau

Urlaub mit Rheuma

Rheuma ist eine chronische Erkrankung, aber die Symptome können durch Wellnessprogramme und Kuren gemildert werden. Mehr im Special Gesunder Urlaub.

 mehr

Schuppenflechte

mann_hals

Special Psoriasis

Erfahren Sie mehr über Schuppenflechte, deren Diagnostik und Therapie: Im Special Psoriasis finden Sie Aktuelles, Tipps und vieles mehr!

Special Psoriasis