Rheuma bei Kindern
Wachstumsstörungen bei Kindern mit JIA
Wachstumsstörungen bei Kindern mit einer juvenilen idiopathischen Arthritis sind seit langem bekannt und beeinflussen den Krankheitsverlauf. Es ist daher wichtig, diese in Diagnose und Therapie zu berücksichtigen und, wenn möglich, aufzuhalten.
Schon Sir G. F. Still, der die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) zum ersten Mal im Jahr 1897 beschrieb, beobachtete Wachstumsbehinderung bei den betroffenen Kindern. Insgesamt treten Wachstumsstörungen bei 10 bis 20 Prozent der jungen Patienten auf. Dazu gehören eine gestörte Ausbildung des Körperskeletts und Veränderungen in der Körperbeschaffenheit, wie zum Beispiel das Verhältnis von Fett, Knochen, Mineralien, Proteinen und Wasser.
Die Ursachen für die Wachstumsstörungen sind nicht vollends geklärt. Zum einen geht man davon aus, dass eine hohe Krankheitsaktivität, wobei viele entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) vom Körper ausgeschüttet werden, eine wichtige Rolle spielt. Aufgrund der Krankheitsaktivität sind die jungen Patienten zudem oft in ihrem Bewegungsspielraum eingeschränkt, was ebenfalls einen Einfluss hat. Außerdem sind vermutlich Stoffwechselstörungen und Fehl- oder Mangelernährung daran beteiligt. Darüber hinaus führt eine oft notwendige Therapie mit Glukokortikoiden zu Wechselwirkungen mit Wachstumshormonen. Werden die Glukokortikoide wieder reduziert oder abgesetzt, können ca. 70 Prozent der Kinder den dadurch bedingten Wachstumsrückstand wieder aufholen.
Weiterhin konnte in verschiedenen Untersuchungen festgestellt werden, dass Kinder mit JIA eine erniedrigte Knochen- und Muskelmasse, sowie eine erhöhte Fettmasse haben. Die reduzierte Muskelmasse bzw. Muskelrückbildung, wie sie bei Bewegungseinschränkungen aufgrund akuter Gelenkentzündungen auftritt, wird als einer der Hauptgründe für die reduzierte Knochenmasse angesehen. Dadurch können wiederum Störungen im Knochenaufbau entstehen.
Wachstumsstörungen können indes die entzündliche Gelenkerkrankung und den Krankheitsverlauf beeinflussen. Insofern ist es wichtig, diese diagnostisch und therapeutisch einzubinden. So sollte der Gebrauch von Glukokortikoiden bei Kindern möglichst zurückhaltend erfolgen. Der Einsatz von Biologics, die gegen entzündungsfördernde Zytokine wirken, kann dagegen einen positiven Einfluss auf das Wachstum der betroffenen Kinder haben. Gegebenenfalls ist eine Therapie mit Wachstumshormonen sinnvoll.




