Rheumatoide Arthritis
Verbreitungsmechanismus von Arthritis entschlüsselt
Forscher haben in Untersuchungen zeigen können, dass einzelne Zellen fähig sind, rheumatoide Arthritis der Gelenke im ganzen Körper zu verteilen.
Die rheumatoide Arthritis (RA) tritt zunächst an einzelnen Gelenken auf und breitet sich bei den meisten Betroffenen langsam weiter aus. Forscher konnten nun im Rahmen einer Untersuchung zeigen, dass die Ausbreitung der Erkrankung auf das Konto einzelner Zellen des Immunsystems geht, die gezielt im Körper umherwandern und entzündliche Prozesse hervorrufen. Auf dem 116. Internistenkongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden stellen Forscher aktuelle Forschungsergebnisse vor.
Die jüngste Studie zeigt, dass sogenannte synoviale Fibroblasten den bereits zerstörten Knorpel verlassen und ins Blut übertreten können. Über den Blutweg gelangen sie in gesunde Gelenke, wo sie neue entzündliche Prozesse auslösen. Auf diese Weise wird nach und nach jedes Gelenk der Betroffenen befallen und zerstört, was schließlich zu schwersten Behinderungen führen kann.
Professor Dr. Jürgen Schölmerich von der Universität Regensburg erläutert, dass nichtsteroidale Antirheumatika (NSAID) zu Beginn der Erkrankung helfen, die Beschwerden zu lindern und die Gelenke beweglich zu halten. Das Voranschreiten der rheumatoiden Arthritis lässt sich jedoch nicht verhindern. Patienten erhalten zu diesem Zeitpunkt vor allem krankheitsspezifische Mittel, die den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen.
Die meisten dieser Mittel wirken unspezifisch auf die Entzündungsreaktionen. Dr. Ulf Müller-Ladner von der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim erläutert, dass die gängigen Präparate unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen. Neue Rheumamittel, die Biologika, hingegen greifen gezielter in die Kommunikation der für die Entzündungen verantwortlichen Zellen ein. Dafür jedoch wird der Betroffene anfälliger für Infekte. Die jüngsten Erkenntnisse, dass Fibroblasten die Ausbreitung der Erkrankung tragen, könne laut Müller-Ladner ein wichtiger Anhaltspunkt für neue Medikamente sein, die die Zerstörung der Gelenke endgültig aufhalten können.




