
Herzgesundheit bei Rheuma
Rheuma lässt auch die Gefäße leiden
Rheuma ist für das Herz genauso schlecht wie Diabetes: Beide Erkrankungen erhöhen das kardiovaskuläre Risiko.
Die Rheumatoide Arthritis (RA) manifestiert sich zwar primär in den Gelenken der betroffenen Patienten. Der Erkrankung zugrunde liegt bekanntlich jedoch ein systemischer Entzündungsprozess. Dieser Prozess wirkt auch negativ auf die Gefäße der RA-Patienten - und zwar genauso stark, wie ein Typ-2-Diabetes. Das hat erneut eine Studie bestätigt (Ann Rheum Dis 68, 2009, 1395).
Erfasst wurde die Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen (CVD) von etwa 350 RA-Patienten und anschließend mit jener von Typ-2-Diabetikern und gleichaltrigen Gesunden verglichen. Die Ergebnisse:
Gesunde: In der Gruppe der Nicht-Diabetiker und Nicht-Rheumatiker lag die CVD-Prävalenz bei fünf Prozent.
RA-Patienten: Hier lag die Prävalenz bei 12,9 Prozent.
Diabetiker: In der Gruppe von Patienten mit Diabetes Typ 2 betrug die Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen 12,4 Prozent.
Wurden Faktoren wie Alter und Geschlecht berücksichtigt, haben nach den Ergebnissen dieser Studie RA-Patienten ein fast dreifach erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Bei Diabetikern ist das Risiko demnach zweifach erhöht. Unterschiede zeigten sich in der Manifestation der Gefäßerkrankung: Gab es bei Diabetikern einen erhöhten Anteil von Patienten mit pAVK, war bei den Rheumatikern die KHK vorherrschend.
Die Autoren nennen auch noch einmal die Gründe für das erhöhte Gefäßrisiko bei RA-Patienten: So seien Entzündungsprozesse in allen Stadien einer Atherosklerose bedeutsam. Die Entzündung lasse Fettablagerungen in Plaques entarten und verursache Plaquerupturen. Zudem wirke der Entzündungsprozess synergistisch zu den klassischen Risikofaktoren für die Gefäße.
Das Ausmaß kardiovaskulärer Erkrankungen bei RA-Patienten sei zudem mit der Schwere der Erkrankung verbunden. So ist eine hohe Krankheitsaktivität mit einer erhöhten kardiovaskulären Sterberate verbunden. Diese lasse sich mit antientzündlich wirkenden Arzneien wie TNFα-Blockern deutlich senken.
TNFα ist bekanntlich ein Schlüsselzytokin bei RA. Es wird sowohl im Fettgewebe als auch bei chronischer Überzuckerung bei Typ-2-Diabetikern gebildet. Der Entzündungsbotenstoff wirkt schädlich auf den Insulinstoffwechsel. Er kann zur Insulinresistenz führen, indem er die Tyrosinkinase-Aktivität des Insulinrezeptors vermindert. Interessanterweise kann die Blockade von TNFα bei RA-Patienten mit Diabetes Typ 2 zu einer schnellen und deutlichen Verbesserung der Insulinresistenz führen, merken die Autoren an.




