Rheuma und Zahnpflege
Zusätzliche Hilfsmittel
Beläge in den Zahnzwischenräumen sind mit der Zahnbürste oft nicht erreichbar. Abhilfe schaffen Pflegeartikel wie Zahnseide oder spezielle Bürstchen. Bei der Auswahl berät Sie ihr Zahnarzt gern.
Zahnseide
An sehr engen Zahnzwischenräumen oder ggf. auch an festsitzendem Zahnersatz bzw. kieferorthopädischen Geräten, sollte Zahnseide zum Einsatz kommen. Die Anwendung ist nicht ganz einfach, aber mit ein wenig Übung recht gut zu bewerkstelligen. Darüber hinaus bietet der Handel verschiedene Hilfsmöglichkeiten an, die auch ungeübten oder in der Fingerfertigkeit eingeschränkten Patienten die Anwendung der Zahnseide ermöglicht.
Empfohlen wird derzeit ein Einsatz von 2 - 3mal pro Woche. Patienten, die eine erhöhtes Risiko für Zahnfleischerkrankungen oder Karies aufweisen, sollten sie täglich anwenden. Wichtig ist, dass der Einsatz der Zahnseide vor dem eigentlichen Zähneputzen erfolgt, weil dann bereits gelockerte Beläge effektiv entfernt werden können.
Interdentalraumbürstchen
Für größere Zwischenräume, wie sie beispielsweise bei Erwachsenen mit Zahnfleischproblemen auftreten, aber auch bei festem Zahnersatz oder bei kiefer-orthopädischen Geräten, ist der Einsatz von Interdentalraumbürstchen zweckmäßig. Um einen optimalen Reinigungseffekt zu gewährleisten, werden Interdentalraumbürstchen in unterschiedlichen Formen und Größen angeboten. Die Häufigkeit des Einsatzes sollte sich an den Empfehlungen für Zahnseide orientieren. Zu beachten ist, dass Zwischenraumbürstchen relativ schnell verschleißen. Spätestens nach 10-14 Tagen muss hier ein Wechsel erfolgen.
Zahnhölzchen
Medizinische Zahnhölzchen können Speisereste beseitigen, nicht jedoch den Zahnbelag. Sie sollten daher nur in Ausnahmefällen verwendet werden. Von der Wiederverwendung einiger im Handel angebotener Hölzchen ist aus hygienischen Gründen abzuraten.
Zahnpflegekaugummis
Wenn Sie unterwegs sind und es keine Gelegenheit zum Zähneputzen gibt, sind Zahnpflegekaugummis eine gute Alternative. Ebenso ist die Verwendung nach dem Verzehr von sauren Getränken/Speisen sinnvoll. Durch die Anwendung entsprechender Kaugummis nach den Mahlzeiten wird die Remineralisation des Zahnschmelzes gefördert, da durch das Kauen die Speichelbildung angeregt wird. Speichel hat wegen seiner Spülwirkung bei der Gesunderhaltung der Zähne eine wichtige Funktion. Er neutralisiert zahnschädigende Säuren und kann sogar bereits oberflächlich angegriffenen Zahnschmelz durch seine enthaltenen Mineralien "reparieren".
Diesen Zweck können die Kaugummis natürlich nur dann erfüllen, wenn sie zuckerfrei sind. Da Bakterien den Zuckeraustauschstoff Xylitol nicht verstoffwechseln können, ist dieser besonders geeignet.
Mundduschen
Leider ist der Ruf der Mundduschen besser als ihre tatsächliche Wirkung. Tatsächlich werden lediglich die noch frischen Speisereste von den letzten Mahlzeiten recht gut entfernt. Für sich alleine bewirken diese "Reste" jedoch noch keine Karies oder Zahnfleischerkrankungen. Die echte Plaque hingegen ist ein äußerst widerstandsfähiger Biofilm, der sich durch den Wasserstrahl des Gerätes nicht beeinflussen lässt. Patienten mit geschwächter Abwehrlage oder offenen Mundschleimhautverletzungen ist von einer Anwendung einer Munddusche sogar abzuraten. Durch den Druck des Wasserstrahles oder bei unsachgemäßer Anwendung können nämlich Verletzungen auftreten und Bakterien aus den Zahnfleischtaschen in den Blutkreislauf gelangen. Ein weiteres Problem ist die mögliche Anreicherung von Teilen der Munddusche mit gefährlichen "Feuchtkeimen" (z. B. Pseudomonaden), die bei abwehrgeschwächten Patienten ebenfalls ernsthafte Komplikationen verursachen können.
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Häusliche Prophylaxemaßnahmen, http://www.dgzmk.de/index.php?site=h%E4usliche
Patienteninformation der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Fluoridierung zur Kariesprävention, Stand 03/2007
Mayo Clinic: Periodontitis, http://www.mayoclinic.com/health/periodontitis/DS00369/DSECTION=3
Patienteninformation der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Parodontalbehandlung, Stand 03/2007
Patienteninformation der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Professionelle Zahnreinigung (PZR), Stand 04/2008




