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Rheuma und Zahngesundheit

Wichtige Hilfsmittel

Rheuma und Zahnpflege: Welche Zahnbürste? Per Hand oder Elektrisch? Welche Zahnpasta? Was Sie als Rheumatiker bei der Mundhygiene beachten sollten.

Die Zahnbürste

Um alle Zahnflächen effektiv reinigen zu können sind Handzahnbürsten mit einem kurzen Kopf, mittlerer Härte und abgerundeten Kunststoffbürsten am besten geeignet. Zahnbürsten mit Naturborsten sollen nicht verwendet werden, da die Borsten oft scharfkantig und aufgrund des Hohlkanals in ihrer Mitte unhygienisch sind. Mit der Wahl einer geeigneten Bürste vermeiden Sie Verletzungen an der Mundschleimhaut und gewährleisten ein optimales Putzergebnis! Da bei Kindern die Mundverhältnisse sehr klein und eng sind, ist eine spezielle Kinderzahnbürste empfehlenswert. Diese sollte bis zum Eintritt ins Schulalter einen dicken Griff haben, so dass diese gut von einer kleinen Kinderhand geführt werden kann.

Per Hand oder elektrisch?

Ähnlich wie beim Rasieren (nass oder trocken?) gibt es auch hier zwei "Weltanschauungen". Grundsätzlich können mit der richtigen Technik und einer ausreichenden Reinigungsdauer mit beiden Bürsten ebenbürtige Resultate erzielt werden. Kinder und Jugendliche bevorzugen (fast) immer eine "Elektrische". Ältere Menschen oft nicht, allerdings können elektrische Zahnbürsten älteren Menschen Bewegungen abnehmen, die sie u.U. nicht mehr selbst durchführen können. Das trifft auch für behinderte Personen zu! Andererseits: Selbst die "Elektrische" arbeitet nicht von allein, auch mit ihr sollte die erlernte Putztechnik angewandt werden.

Zahnbürstenhygiene

Die Zahnbürste sollte nach dem Gebrauch immer gut abgespült, mechanisch von Verunreinigungen gesäubert und so gelagert werden, dass der Bürstenkopf offen trocknen kann. Klinische Studien haben ergeben, dass die Reinigungswirkung nach 3 bis 4-monatigem normalen Gebrauch um ca. 30 Prozent nachlässt, während gleichzeitig die Besiedelung mit Keimen stark zunimmt. Zudem verfügen ausgefranste Borsten über eine größere Oberfläche und bieten somit Bakterien mehr Anhaftungsmöglichkeiten. Da Zahnbürsten also nicht für einen lebenslangen Gebrauch geschaffen sind, sollten sie im Rhythmus von 2 Monaten gewechselt werden. Zahnbürsten mit Borstenindikatoren auf Farbbasis zeigen rechtzeitig an, wann die Bürste ausgetauscht werden sollte.

Bei bestehenden Erkrankungen im Mund-Rachen-Raum (z.B. Zahnfleischentzündungen, Grippeerkrankung, Herpes) sollte ein Wechsel oder eine gründliche Desinfektion frühzeitiger erfolgen - nämlich dann, wenn man auf dem Wege der Besserung ist, spätestens aber, wenn die Erkrankung überstanden ist.

Abwehrschwache Patienten sollten zwei Zahnbürsten abwechselnd morgens und abends benutzen. So ist gewährleistet, dass immer eine Bürste gut getrocknet und somit möglichen Bakterien die feuchte Lebensgrundlage entzogen ist. Zudem empfiehlt sich für diese Patienten ein wöchentlicher Austausch der Bürsten - wenn nicht andere Desinfektionsmaßnahmen ergriffen werden. Eine Entkeimung der Zahnbürste kann ganz einfach bei niedrigen Temperaturen in der Spülmaschine erfolgen.

Die Zahncreme

Für den Reinigungseffekt bei der Zahnpflege ist die Verwendung von Zahncremes eine große Unterstützung. Da sich die Zufuhr von Fluoriden günstig auf die Zahnhartsubstanz (Zahnschmelz) auswirkt, sollten Zahncremes unbedingt Fluorid enthalten. Eine normale Erwachsenen-Zahncreme hat einen Fluoridgehalt von 0,15%, während für Kinder spezielle Kinderzahncremes zu empfehlen sind. Der Handel bietet für bestimmte Probleme wie beispielsweise überempfindliche Zahnhälse, Spezialzahncremes an. Ob deren Anwendung im Einzelfall sinnvoll ist, sollte im Zweifelsfall mit dem behandelnden Zahnarzt abgestimmt werden.

Mundspüllösungen

Einige im Handel zu erwerbenden Lösungen haben so gut wie keinen therapeutischen Effekt, sondern sorgen lediglich für frischen Atem. Zur Karies-Prophylaxe und zur Behandlung von Zahnfleischerkrankungen werden hingegen spezielle medizinische Mundspüllösungen verwendet, die eine bakterienabtötende Wirkung haben. Bei besonders kariesgefährdeten Patienten werden z.B. vorwiegend Amin-/Zinnfluoridlösungen eingesetzt. Empfehlenswert ist das Spülen mit fluoridhaltigen Mundspüllösungen nach dem Genuss von sauren Speisen oder Getränken. Lösungen, die Chlorhexidin oder Zink-Chlorid enthalten, kommen vor allem bei akuten Erkrankungen der Mundschleimhaut oder nach Operationen zum Einsatz.

Vorsicht: Viele dieser Präparate sind nicht für den Dauergebrauch geeignet, da bei langfristiger Verwendung die normale Mundflora beeinflusst wird und ein gestörtes Geschmacksempfinden und Verfärbungen an Zähnen und Schleimhäuten, insbesondere auf dem Zungenrücken, die Folge sein kann. Deshalb sollte dies mit dem behandelnden Zahnarzt im Einzelfall abgestimmt werden.


Quelle: Universität Ulm, Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie: Tipps für die richtige Zahnpflege, http://www.uni-ulm.de/klinik/zmk1/zahnpflege_tipps.htm

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Häusliche Prophylaxemaßnahmen, http://www.dgzmk.de/index.php?site=h%E4usliche

Patienteninformation der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Fluoridierung zur Kariesprävention, Stand 03/2007

Mayo Clinic: Periodontitis, http://www.mayoclinic.com/health/periodontitis/DS00369/DSECTION=3

Patienteninformation der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Parodontalbehandlung, Stand 03/2007

Patienteninformation der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Professionelle Zahnreinigung (PZR), Stand 04/2008
Autor: Monique Schroeder/Eduardo Ramminger
Stand: May 20, 2009


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