Eine erfüllte Sexualität trotz Rheuma
Offenheit gegenüber dem Partner wichtig.
Zuwendung und Zärtlichkeit erleichtern den Umgang mit einer rheumatischen Erkrankung. Voraussetzung für ein erfülltes Liebesleben ist allerdings Offenheit gegenüber den Partner: Welche Berührungen sind angenehm? Was bereitet Schmerzen? Ein verständnisvollen Partner stellt sich darauf ein.
Eine erfüllte Sexualität steigert die Lebensqualität. Das trifft auch für Rheumatiker zu. Dennoch leben viele ihre Lustgefühle nicht aus. Zu groß ist die Angst wegen der Krankheit, damit verbundener Einschränkungen und körperlicher Veränderungen abgelehnt zu werden. So eine Haltung macht es Alleinstehenden schwer, einen neuen Partner zu finden. Aber auch viele Paare lassen zu, dass ihr Sexualleben mehr und mehr verebbt und ihre Beziehung leidet. Dabei müsste das nicht sein.
Schmerzarme Tageszeiten für Sex wählen
Für einen Menschen mit Rheuma ist es wichtig, dass er seine Krankheit akzeptiert und mit seinem Partner darüber redet. Offenheit ist oberstes Gebot, gerade wenn Schmerzen und Erschöpfung die Lust auf erotische Stunden dämpfen - sonst zieht der Partner schnell falsche Schlüsse und fühlt sich zurückgestoßen. Gerade weil Stärke der Schmerzen und Beweglichkeit stark schwanken, muss ein Rheumatiker lernen mitzuteilen, welche Zärtlichkeiten und Stellungen beim Liebesspiel er mag und welche ihm unangenehm oder unmöglich sind. Für viele Rheumakranke ist es beispielsweise ein Problem, beim Sex das Körpergewicht des Partner zu tragen. Andere Positionen hingegen können entzündete Gelenke entlasten. Ein Paar sollte seiner Fantasie keine Grenzen setzen. Auch die Tageszeit hat Einfluss auf die Schmerzempfindlichkeit. Ausprobieren lohnt sich daher - allerdings behutsam, ohne Zeit- und Leistungsdruck. Für den Fall, dass es dem Rheumakranken zu viel wird und Schmerzen auftreten, kann das Paar ein Signal vereinbaren. Der Partner weiß so frühzeitig Bescheid und kann sich liebevoll darauf einstellen.
Offenheit schafft Vertrauen
Chronisch Kranke haben oft Angst, ihren Partnern zu viel zuzumuten und sie zu vergraulen. Viele Erfahrungen belegen aber das Gegenteil: Offenes Sprechen über Gefühle schafft Nähe und fördert Vertrauen. Manche Beziehungen erreichen dadurch sogar eine nie gekannte Intensität und Qualität. Am schwersten ist meist der erste Schritt. Doch in verfahrenen Situationen kann ein Paar- oder Familientherapeut helfen.
Tipp
Haben Sie Erfahrungen im Umgang mit einer rheumatischen Erkrankung, an denen Sie andere Patienten teilhaben lassen möchten? In unserem Rheuma-Forum bekommen Sie Tipps von anderen Patienten, können Ihre eigenen Erfahrungen weitergeben und sich mit anderen Rheuma-Patienten austauschen.




