
Hilfsmittel bei Rheuma
Dinge, die den Alltag mit Rheuma erleichtern
Schmerzende Finger, steife Gelenke – all das wirkt sich auch auf den Alltag aus. Einfache Handgriffe können so schnell zur Qual werden. Mit einigen Tricks und Hilfsmitteln lässt sich die Erkrankung jedoch austricksen.
Was früher selbstverständlich war, wird auf einmal zur großen Herausforderung: Möhren schneiden, Zähne putzen, Briefe schreiben – all das kann durch die Gelenkzerstörung in Folge einer rheumatischen Erkrankung mehr oder weniger stark beeinträchtigt sein. Verschiedene Anbieter haben sich daher dieser Thematik angenommen. Sie offerieren eine breite Palette an Hilfsmitteln, die Menschen mit Rheuma den Alltag erleichtern können.
Praktischer Gelenkschutz für den Alltag
Das Öffnen der Seltersflasche wird zum echten Kraftakt und auch das Marmeladenglas gibt seinen Inhalt morgens nicht so leicht preis? Diese Tücken des Alltags lassen sich mit einfachen Hilfsmitteln umgehen. Kraftöffner sind ergonomisch geformte Griffhilfen, die auf alle gängigen Schraubverschlüsse aufgesteckt werden können. Getränkeflaschen, Haushaltsreiniger oder Sicherheitsschraubdeckel von Medikamenten lassen sich so ohne großen Kraftaufwand öffnen. Auch das koordinierte Halten von Schneidemessern fällt Menschen mit Rheuma oft schwer. Im Fachhandel erhältliche Messer mit speziellen Griffen reduzieren den zum Schneiden erforderlichen Kraftaufwand deutlich. Des Weiteren gibt es diverse Adapter aus Kunst- oder Schaumstoff, die auf Stifte, Bestecke o.ä. aufgesteckt werden können. Menschen mit Rheuma können so wieder ohne große Anstrengung Schreiben oder Essen.
Doch nicht nur in der Küche lauern Herausforderungen. So gestaltet sich auch das Öffnen von Schlössern schwierig, wenn man seine Finger nur eingeschränkt bewegen kann. Schlüsseldrehhilfen sollen Abhilfe schaffen. Zudem kann es sich lohnen, Schlösser gut zu ölen, damit sie sich wieder leichter öffnen lassen.
Aber damit nicht genug. Wer Hilfe beim Schließen von Knöpfen oder Reißverschlüssen benötigt oder weiterhin selbst Nähen möchte, wird auch da fündig: Knopfschließer, Garneinfädler, Reißverschluss-Hilfen, das Angebot deckt die unterschiedlichsten Bereiche ab. Letztere lassen sich aber auch ganz leicht selbst basteln – einfach einen Bindfaden durch den Griff des Reißverschlusses ziehen und einen Knoten machen. So muss man nicht mehr mühsam an dem kleinen Griff rumfingern und kann Jacken, Taschen oder Hosen bequem öffnen und schließen.
Elektrische Geräte erleichtern den Alltag
Auch wenn es das alte Telefon oder Handy noch tut – eine Neuanschaffung kann sich lohnen. Der Trend der vergangenen Jahre, die Geräte immer kleiner und kompakter zu machen, hat leider auch dazu geführt, dass sie nur noch schwer zu bedienen sind. Und das nicht nur, wenn man seine Finger nur eingeschränkt bewegen kann. Aber auch hier gibt es Abhilfe, denn immer mehr Hersteller bieten Handys mit großen Tasten an. Es lohnt sich, solche Geräte einmal im Laden zu testen. Wer den Hörer des Telefons nicht mehr über längere Zeit halten kann, der sollte es mal mit der Freisprecheinrichtung seines Telefons versuchen oder sich ein Headset zulegen.
Und noch eine Anschaffung kann sich lohnen – die elektrische Zahnbürste.Denn die reinigt die Zähne viel gründlicher als die gute alte Zahnbürste und schont das Handgelenk. Welche Modelle gerade empfehlenswert sind, können Sie beispielsweise aktuellen Testheften von Stiftung Warentest entnehmen.
Orthesen – Gelenkschutz muss nicht hässlich sein
Auch speziell angefertigte Orthesen erleichtern den Alltag, denn sie entlasten und unterstützen das kranke Gelenk. Diese Hilfsmittel müssen auch gar nicht nach Sanitätshaus aussehen. Die Schmuckdesignerin Christina Weskott entwirft Orthesen, die wie Schmuck aussehen, aber effektiven Gelenkschutz bieten. Zusammen mit Ergotherapeuten passt sie die Hilfsmittel den jeweiligen Bedürfnissen an.
Hilfreiche Tipps von Betroffenen
So manch teure Lösung aus dem Fachhandel lässt sich auch leicht mit einfachen Mitteln aus dem Baumarkt erreichen. Wertvolle Tipps für den praktischen Gelenkschutz im Alltag liefern verschiedene Internetforen oder auch Selbsthilfegruppen vor Ort. Aber auch bei Fragen rund um die Therapie oder Krankheitsbewältigung ist der Erfahrungsaustausch mit anderen Rheumapatienten Gold wert. Erkundigen Sie sich doch, ob es in Ihrer Nähe eine Selbsthilfegruppe gibt oder testen Sie das Forum von LIFELINE.de




