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Krankheitsbewältigung

Strategien gegen Unverständnis entwickeln

Viele Außenstehende wissen nichts über die Folgen von Rheuma. Oft verstehen sie das Verhalten von Patienten daher nicht - es kommt ihnen launenhaft vor. In den meisten Fällen genügt sachliches Aufklären, um Ignoranz und Missverständnisse zu beseitigen. Für spezielle Situationen hilft es, Strategiepläne zu schmieden.

Viele Gesunde können sich nicht vorstellen, welche Einschränkungen eine Rheuma-Erkrankung mit sich bringt. Schließlich erleben sie Patienten in der Regel nur in guten Phasen; bei einem Krankheitsschub ziehen sich die meisten zurück. Das öffentliche Bild vom "Rheumatiker" ist daher sehr einseitig geprägt. Andere Menschen verstehen daher oft nicht, wie belastend chronische Schmerzen sind, oder dass es Rheumatikern schwer fällt, ihre Kräfte richtig einzuschätzen. Sie wundern sich oder fühlen sich sogar vor den Kopf gestoßen, wenn ein Betroffener ein Treffen absagt oder eine Verabredung nicht gewohnt fröhlich verläuft. Gerade die Schwankungen im Krankheitsverlauf machen es anderen schwer, das Verhalten von Rheumatikern zu verstehen: Eben hat er noch darauf bestanden, das Bad zu wischen, jetzt muss er um Hilfe bitten, weil seine Hände es nicht zulassen. Solche Unberechenbarkeiten sind für einige Außenstehende manchmal schwer zu ertragen. Im täglichen Miteinander hilft daher nur eins: In Ruhe und anschaulich schildern, was los ist, und wie es einem geht. Das macht Handicaps für andere nachempfindbar.

Je nach Lage prompt und passend reagieren

Jeder Rheumatiker kennt wiederkehrende Situationen, in denen Außenstehende mit Unverständnis auf seine Krankheit reagieren. Um sich nicht stets auf Neue zu ärgern, hilft es, sich Strategien zurechtzulegen. Mögliche Situation, Beispiel Überstunden: Die Kollegen lästern hinter dem Rücken des Rheumatikers, dass er nach Hause gehen kann, während sie länger arbeiten müssen. Ignorieren ist keine Lösung. Besser ist es, das Gespräch zu suchen und zu berichten, wie erschöpft man meist schon nach einem normalen Arbeitstag ist, und wie viel Zeit fürs Regenerieren nötig ist. So wird den Kollegen deutlich: Die gesetzliche Befreiung von Überstunden verschafft einem Rheumatiker nicht mehr selbstbestimmte Freizeit. Weiteres Beispiel Autoverkehr: Ein Fahrzeug hat zu dicht am PKW eines Rheumatikers geparkt. Nicht immer begegnet man dem Fahrer des anderen Wagens und kann ihm erklären, dass man zum Ein- und Aussteigen mindestens eine Türbreite Platz braucht, und dass man sich nicht über den Beifahrersitz auf die Fahrerseite hangeln kann. Ein Weg ist, ein Hinweisschild ins Auto zu hängen: "Bitte einen Meter Platz zum Ein- und Aussteigen lassen. Der Fahrer ist behindert." Die meisten Autofahrer parken jemanden nur aus Gedankenlosigkeit ein. Wissen sie von dem Handicap des Fahrers, können sie darauf bewusst Rücksicht nehmen. Manchmal ist allerdings ein schärferes Vorgehen angebracht. Wird ein Behindertenparkplatz immer wieder von Unberechtigten benutzt, kann Abschleppen ein Mittel sein, seine Bedürfnisse durchzusetzen.

Tipp

Haben Sie Erfahrungen im Umgang mit einer rheumatischen Erkrankung, an denen Sie andere Patienten teilhaben lassen möchten? In unserem Rheuma-Forum bekommen Sie Tipps von anderen Patienten, können Ihre eigenen Erfahrungen weitergeben und sich mit anderen Rheuma-Patienten austauschen.


Autor: Springer Medizin
Stand: Jan 14, 2009


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