
Krankheitsbewältigung
Lernen, die rheumatische Erkrankung anzunehmen
Rheuma verändert das Leben: Beruf und Freizeit müssen neu organisiert, Behandlungen integriert werden. Besonders wichtig ist es, der Krankheit positive Erlebnisse entgegenzusetzen. Einige Regeln helfen dabei, den Alltag harmonisch zu gestalten. Selbsthilfegruppen vermitteln Erfahrungen und Ermutigung.
Die Rheuma-Erkrankung akzeptieren - das sagt sich leicht. Doch was heißt das eigentlich? Es bedeutet vor allem, die Folgen der Krankheit zu bezwingen. Ganz konkret: Wie lassen sich Rheumatherapie, Beruf und Freizeit vereinbaren? Wie gelingt es, die nötige Balance zwischen Belastung und Ruhe zu finden? Wie motiviert ein Rheumakranker sich täglich neu, um nicht zu resignieren? Es gibt keine Patentrezepte, nur eins steht fest: Der Antrieb zum Bewältigen der rheumatischen Beschwerden muss vom Patienten ausgehen. Partner, Familie, Freunde und Arbeitskollegen können ihn dabei unterstützen - aufraffen muss sich der Betroffene jedoch selbst. Nach der Diagnose fällt das vielen zunächst schwer. Jeder sollte sich so viel Zeit geben, wie er eben braucht. Doch: Langfristig kann niemand vor den Auswirkungen der Erkrankung davonlaufen. Es ist medizinisch äußerst sinnvoll, schnell mit der Rheumatherapie zu beginnen.
Regeln für ein erfülltes Leben mit Rheuma
Um trotz Rheumabeschwerden ein erfülltes Leben zu führen, sind befriedigende Aufgaben in Job und Freizeit ebenso wichtig wie gute soziale Kontakte und harmonische Beziehungen. Sie schaffen einen positiven Gegenpol zur Krankheit, spenden Kraft und Freude. Jeder Mensch sollte seine Lebensumstände kritisch danach durchleuchten, ob sie ihm gut tun - aber für einen Kranken ist das noch wichtiger. Gabriele Brieden, Ärztin und Ratgeberautorin, gibt dazu einige Regeln an die Hand:
- Überarbeitung und Übermüdung vermeiden.
Auf Körpersignale achten und sich beizeiten ausruhen. Überanstrengung kann einen Krankheitsschub einleiten! - Hilfe von Mitmenschen annehmen.
Immer genau sagen, was man nicht allein kann. So lassen sich Überforderung durch Haushalt und Familie verhindern. - Berufliche Zufriedenheit prüfen.
Gespräche mit Kollegen und Vorgesetzten verstärken Verständnis für Handicaps. Ist die berufliche Situation unbefriedigend, sollte man etwas ändern oder notfalls kündigen. - Neinsagen lernen.
Sich zu nichts drängen lassen. Das gilt auch für Verabredungen, die man kurzfristig absagen muss, weil es einem schlecht geht. - Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden.
Unnötige Belastungen vermeiden; Hausputz beispielsweise reduzieren. - Stress verhindern.
Belastungen zurückschrauben, Entspannungsübungen machen, sich pflegen. - Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten verbessern.
Fragen bewusst zurechtlegen, Beschwerden präzise beschreiben und Anweisungen der Behandler befolgen. - Mit Ängsten auseinandersetzen.
Sich über die rheumatische Erkrankung informieren. Probleme mit Nahestehenden besprechen und Handicaps akzeptieren. - Nicht unterkriegen lassen.
Selbstmitleid bringt nichts. Jeden Tag bewusst etwas unternehmen, was Spaß macht. Kreativität und Frohsinn fördern. - Kontakte knüpfen.
Aktiv und selbstbewusst am Leben teilnehmen.
Eine Rheuma-Erkrankung bringt zahlreiche Änderungen mit sich. Um Belastungen auszugleichen, sollten sich Patienten bewusst Gutes tun. Was steigert Wohlbefinden und Lebenslust? Um Vorsätze Wirklichkeit werden zu lassen, hilft es, sie aufzuschreiben und mit sich selbst einen Vertrag zu machen. Noch mehr Gewicht bekommt so eine Vereinbarung, wenn man sie mit einem anderen Menschen schließt.
Hilfe zur Selbsthilfe in der Gruppe
Im Alltag fällt es Rheumatikern nicht immer leicht, sich zu ermutigen. Selbsthilfegruppen sind hier eine große Stütze. Patienten können sich gegenseitig motivieren, um Rat fragen oder aus den Erlebnissen anderer lernen. Manche scheuen dennoch vor Selbsthilfegruppen zurück, fürchten etwa, dass das Thema "Rheuma" hochgeschaukelt wird. Dem stehen positive Erfahrungen gegenüber: Mitglieder von Selbsthilfegruppen kommen mit ihrem Krankheit deutlich besser zurecht als andere Rheumatiker. Eine geeignete Gruppe finden Patienten z.B. durch den Bundesverband der Deutschen Rheuma-Liga. Oft können auch die behandelnden Ärzte und Therapeuten weiterhelfen.




