Kinderwunsch und Rheuma: Was ist zu beachten?

Schwangerschaft sorgfältig planen

Manche Medikamente, die bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt werden, können bei Frauen und Männern die Fruchtbarkeit vorübergehend oder dauerhaft einschränken. Bei Kinderwunsch empfiehlt es sich deshalb rechtzeitig Rücksprache mit den behandelnden Ärzten zu halten.

Bei Frauen kann nach Angaben von Prof. Dr. Monika Østensen, Universitätsklinik Bern, die Einnahme der entzündungshemmenden und schmerzlindernden nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) die Fruchtbarkeit vorrübergehend mindern. Denn die Hemmer des körpereigenen Enzyms Cyclooxygenase können den Eisprung verzögern oder verhindern. Daher sollte an die NSAR gedacht werden, wenn Frauen mit rheumatischen Erkrankungen trotz Kinderwunsch nicht schwanger werden. Bei diesen Patientinnen könnte nämlich ein zeitweiliges Unterbrechen der NSAR-Therapie hilfreich sein. Wie Østensen betont, sind allerdings die meisten Frauen, die mit NSAR behandelt werden, weiterhin ohne Einschränkungen fruchtbar.

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Bei Männern haben die NSAR, anders als bei den Frauen, keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Aber auch für Männer gilt: Im Falle eines Kinderwunsches rechtzeitig das Gespräch mit den behandelnden Ärzten suchen! So kann beispielsweise die Behandlung mit dem Antirheumatikum Methotrexat in seltenen Fällen mit einer Beeinträchtigungen der Spermienproduktion verbunden sein. Nach dem Absetzen der Therapie ist hier jedoch mit einer Rückbildung zu rechnen. Darüber hinaus kann auch eine Behandlung mit Sulfasalazin oder Cyclophosphamid zu einer verminderten Spermienproduktion führen. Während die Beeinträchtigung bei Sulfasalazin reversibel ist und sich bei Absetzen der Therapie zurückbildet, besteht bei Cyclophosphamid - in Abhängigkeit von der Dosis - die Gefahr einer irreversiblen Schädigung. Männern, die trotz einer Cyclophosphamid-Behandlung ihre Fruchtbarkeit erhalten wollen, empfiehlt Østensen, das Sperma mit einer speziellen Technik einfrieren und lagern zu lassen (Kryopreservation).

Auch bei Frauen kann der Wirkstoff Cyclophosphamid dosisabhängig eine permanente Sterilität auslösen - das Risiko hängt hier jedoch zusätzlich vom Alter der Patientin ab. So sind beispielsweise Mädchen vor der Pubertät weniger gefährdet. Für Patientinnen nach der Pubertät, die ihre Fruchtbarkeit erhalten wollten, empfiehlt Østensen deshalb die Einnahme eines so genannten Gonadotropin-releasing-hormone-Agonisten. Dieser verhindert sehr effektiv die Reifung der Follikel und schützt dadurch den Eierstock - zumindest teilweise - vor den toxischen Effekten von Medikamenten wie dem Cyclophosphamid.

Unabhängig von der jeweils notwendigen Medikation sollten Empfängnis und Schwangerschaft bei Frauen mit Rheuma, zum Wohle von Mutter und werdendem Kind, möglichst in einer stabilen Phase ohne Beschwerden stattfinden.


Quelle: Nach Informationen der Zeitschrift für Rheumatologie, 2006.
Autor: Springer Medizin
Stand: Jan 14, 2009


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