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Grippe-Impfung

Wie effektiv ist sie bei Rheuma?

Alljährlich stellt sich um diese Zeit die Frage, wer gegen Grippe geimpft werden soll, in Zeiten der Schweingrippe ganz besonders. Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen, zumal wenn sie mit Medikamenten behandelt werden, die das Immunsystem dämpfen, gelten explizit als Zielgruppe, auch für die Impfung gegen das neue Grippevirus H1N1.

Dennoch bleiben Fragen. Dazu gehört die, ob Patienten mit entzündlichem Rheuma wegen ihrer Erkrankung, die mit einer erhöhten Infektrate einhergeht, oder wegen der immunsuppressiven Therapie schlechter auf die Impfung ansprechen. Auch die Sorge, ob durch die Impfung ein Schub provoziert werden kann, ist verbreitet.

Noch gibt es kaum Studien, auf die eine Antwort gegründet werden kann. Laut Privatdozentin Dr. med. Andrea Rubbert-Roth, Medizinischen Klinik I der Universität Köln, kann die Immunantwort auf eine Grippeimpfung eingeschränkt sein, vor allem, wenn die Patienten mit Mycophenolatmofetil, Cyclosporin A oder Azathioprin behandelt werden. Hier gibt es Hinweise, dass die Impftiter deutlich niedriger ausfallen. Für die TNF-alpha-Blocker Infliximab und Etanercept allein oder in Kombination mit Methotrexat konnte gezeigt werden, dass die Krankheitsaktivität nicht aufflackert. Zwar fällt die Impfreaktion etwas schwächer aus, die Antikörperspiegel bleiben aber über ein Jahr nach der Impfung stabil. Daher wird davon ausgegangen, dass ein ausreichender Schutz besteht. Methotrexat allein scheint die Impfantwort am wenigsten zu beeinträchtigen. Für den TNF-alpha-Blocker Adalimumab wurde in einer Studie im Vergleich zu den Rheumakranken im Placeboarm eine vergleichbare Impfantwort gefunden. Das Biologic Tocilizumab scheint mit den TNF-alpha-Blockern vergleichbar zu sein.

Selbst wenn es zu einer Infektion mit dem Erreger der Schweinegrippe kommen sollte, gibt es noch Möglichkeiten, allerdings nur, wenn der Patient bei den ersten Grippe-Anzeichen, bei der Schweingrippe auch Übelkeit und Erbrechen, frühzeitig zum Arzt geht. Denn der Erreger spricht auf beide zur Verfügung stehenden antiviralen Medikamente an.


Quelle: Seminar: Moderne Impfstrategien in der Rheumatologie; 37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) mit der 23. Jahrestagung der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie e.V. und der 19. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie, Köln 23. bis 26. September 2009
Autor: Dr. med. Wiebke Kathmann
Stand: Oct 9, 2009


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