Rheuma und Beruf
Auswirkungen bei Frauen und Männern unterschiedlich
Welche Erfahrungen Menschen mit Rheuma an ihrem Arbeitsplatz machen, wie sich ihre Arbeitsfähigkeit und ihre Karriere entwickelt, ist offenbar geschlechtsabhängig. Das lässt zumindest eine aktuelle Studie kanadischer Wissenschaftler vermuten.
Einschränkungen ihrer Arbeitsfähigkeit aufgrund einer rheumatischen Erkrankung berichteten demnach etwa 2,3 Prozent der kanadischen Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter. Lediglich vier von zehn Betroffenen übten zum Zeitpunkt der Befragung noch eine berufliche Tätigkeit aus.
Das Risiko aus dem Erwerbsleben auszuscheiden war allerdings sehr unterschiedlich verteilt. Die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht, ein bereits fortgeschritteneres Lebensalter oder ein niedriger Ausbildungsgrad erhöhten dieses Risiko deutlich. Weitere Faktoren waren eine hohe Schmerzbelastung, fehlende Partnerschaften oder deutliche Einschränkungen der körperlichen Funktionsfähigkeit.
Im Untersuchungszeitraum von 2001 bis 2002 übten deshalb deutlich mehr Männer als Frauen mit Rheuma einen Beruf aus. Im Vergleich mit ebenfalls betroffenen Kolleginnen berichteten Männer allerdings vermehrt von Diskriminierung an ihrem Arbeitsplatz. Möglicherweise wechselten diese deshalb auch häufiger ihre Arbeitsstelle als an Rheuma erkrankte Frauen.
Worauf können Arbeitgeber, Ärzte und Versicherungsträger achten, damit zukünftig mehr Menschen mit rheumatischen Erkrankungen am Arbeitsleben teilhaben können? Auch auf diese Frage gibt die aktuelle Studie aus Kanada Antworten. Damit Frauen ihren Beruf weiterhin ausüben können, benötigen sie demnach häufiger als Männer krankheitsspezifische Hilfen am Arbeitsplatz. Darüber hinaus sind flexiblere Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle und ggfs. Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung gefragt. Für diese Möglichkeiten hatte sich etwa die Hälfte bzw. ein knappes Drittel aller in Lohn und Brot stehenden Rheumapatienten entschieden und damit offenbar die eigene Arbeitsfähigkeit gesichert.
Damit Rheumapatienten ihren Arbeitsplatz nicht verlieren, benötigen Männer und Frauen aber offenbar unterschiedliche Hilfen. Geschlechtsspezifische Unterschiede sollten daher in Zukunft vermehrt berücksichtigt und erforscht werden.




