
Rheumatoide Arthritis
Was ist das?
Die rheumatoide Arthitis gehört zur Gruppe der entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen. Andere Bezeichnungen wie "chronische Polyarthritis" sind ebenfalls im Gebrauch.
Die Ursachen, die zur Entstehung einer rheumatoiden Arthritis (RA) führen, sind bislang noch nicht vollständig aufgeklärt. Eine Reihe von Faktoren scheinen dabei eine Rolle zu spielen. Das Bestehen einer erblichen Veranlagung bildet wahrscheinlich die Grundlage. Unter diesen Voraussetzungen können Trigger wie Infektionen zum Ausbruch einer RA führen. Erkenntnisse zur Krankheitsentstehung haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Eine Fehlsteuerung des Immunsystems führt dazu, dass sich bestimmte Komponenten des Abwehrsystems gegen körpereigene Strukturen richten. In der Folge entsteht eine (autoimmune) Entzündung.
Diese Prozesse laufen bei der rheumatoiden Arthritis häufig in den Gelenken, insbesondere an der Gelenkinnenhaut ab. Aber auch andere Organe können betroffen sein. Gelenkentzündungen gehen mit Schmerzen einher. Abhängig von der Krankheitsdauer und -schwere sowie dem Anschlagen einer Therapie können Bewegungseinschränkungen und Verformungen die Folge sein. Vor allem die kleinen Gelenke der Finger und Zehen sind befallen; ein Charakteristikum der rheumatoiden Arthritis ist das symmetrische (beidseitige) Auftreten der Arthritiden (Arthritis = Gelenkentzündung). Die Beteiligung anderer Gelenkstrukturen wie der Sehnen ist häufig. Allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, erhöhte Temperaturen oder Missempfindungen treten ebenfalls auf. Augen, Gefäße, innere Organe wie Herz oder Lunge können in einigen Fällen mit betroffen sein.
Zur Diagnose führen typische Beschwerden sowie die körperliche Untersuchung. Des Weiteren stehen Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren zur Verfügung.
Lange galt die rheumatoide Arthritis als unheilbare Erkrankung. Mit wachsenden Erkenntnissen über Ursachen und Entstehung nimmt auch die Zahl und Effektivität der therapeutischen Möglichkeiten zu. Schon heute kann das Fortschreiten der Erkrankung verzögert, zum Teil sogar aufgehalten werden. In der Medikamentenforschung wurden in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Neue Wirkstoffe aus der Gruppe der Biologics sind bereits erfolgreich im Einsatz und haben neben etablierten Langzeit- und Zusatztherapien ihren festen Platz gefunden.




