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Rheuma-Diagnose

Warum ist die frühe Diagnose so wichtig?

Von den ersten Anzeichen bis zur endgültigen Diagnose Rheuma vergeht in Deutschland oft noch zu viel Zeit. Doch je früher die Therapie begonnen wird, desto besser für den Verlauf der Erkrankung. Worauf ist also zu achten?

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie geht davon aus, dass vom Auftreten erster Beschwerden bis zur eindeutigen Diagnose Rheuma immer noch über ein Jahr vergeht. Wertvolle Zeit, die verloren geht, um eine frühzeitige Therapie einzuleiten und damit das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Daher ist es von großer Bedeutung, dass nicht mehr als drei Monate zwischen dem ersten Auftreten von Gelenkschmerzen und der sicheren Diagnose liegen. Denn moderne Medikamente tragen heute zu einer deutlichen Besserung bis hin zum Stillstand der Erkrankung bei.

Habe ich Rheuma?

Doch welche Anzeichen deuten auf eine rheumatische Erkrankung hin und sollten von einem Arzt abgeklärt werden? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn leider können die Beschwerden sehr vielfältig sein. Bei einer rheumatischen Erkrankung greift das Immunsystem Gelenke, Muskeln und Sehnen, häufig auch Haut, Nerven und innere Organe an. Die Symptome können sich also am gesamten Körper bemerkbar machen und teilweise recht unspezifisch sein. Und das macht die richtige Diagnose oft so schwierig. Treten wiederholt folgende Beschwerden auf, sollte aber in jedem Fall zeitnah ein Arzt aufgesucht werden:

  • Schmerzhaft geschwollene Gelenke:
    Welche Gelenke betroffen sind, hängt von der Art der Erkrankung und ihrem Verlauf ab.
  • Steife Gelenke am Morgen:
    Die Beschwerden halten mindestens eine Stunde an und lassen oft erst im Tagesverlauf oder bei Bewegung nach.
  • Beeinträchtigte körperliche Leistungsfähigkeit:
    Dazu zählen z.B. Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Nachtschweiß etc.

Da die Entzündungsvorgänge schleichend verlaufen können, werden die damit verbundenen Beschwerden von manchen Betroffenen anfänglich nicht besonders ernst genommen. Sollten sie aber, denn je eher die richtige Diagnose steht und eine effektive Therapie eingeleitet werden kann, umso besser für den Krankheitsverlauf.

Vor allem, wenn es in der Familie bereits Fälle von Rheuma gibt, sollten diese Beschwerden die Alarmglocken schrillen lassen. Denn Rheuma kann auch vererbt werden.

Welcher Arzt ist der richtige?

Erster Ansprechpartner bei Beschwerden ist der Hausarzt. Er wird Ihnen einige Fragen zur Krankheitsgeschichte stellen und eine kleine Laborkontrolle der Blutwerte durchführen. Erhärtet sich der Verdacht auf Rheuma, wird der Hausarzt Sie an einen Rheumatologen überweisen. „Entscheidend ist, dass Patienten durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Facharzt rechtzeitig zum Spezialisten gelangen“, unterstreicht Prof. Gaubitz, Sprecher der Projektgruppe Integrierte Versorgung / Frühdiagnose der Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie. Häufig sind die rheumatologischen Praxen in Deutschland aber überlastet, so können längere Wartezeiten entstehen. Viele Rheumatologen bieten daher auch sogenannte Frühsprechstunden an, sodass die Patienten zeitnah einen Termin zur weiteren Abklärung erhalten. Hat sich die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung nach sorgfältiger Untersuchung bestätigt, wird der Rheumatologe eine effektive individuell angepasste Therapie verordnen.

Frühe Therapie greift am besten

Viele Patienten nehmen zu Beginn ihrer Erkrankung Schmerzmittel. Diese lindern zwar die Beschwerden in den Gelenken, halten das Fortschreiten der zerstörerischen Prozesse in ihrem Inneren aber nicht auf. Wichtig ist, dass die Erkrankung schnell mit modernen Rheuma-Medikamenten behandelt wird. Die Experten sind sich einig darüber, dass die Therapie im frühen Krankheitsstadium am besten greift. Je früher beispielsweise bei der rheumatoiden Arthritis eine immunmodulierende Basistherapie angewendet wird, umso wirksamer können Gelenkschäden verzögert oder gar verhindert werden. Als besonders effektiv gilt der Therapiestart im ersten Vierteljahr nach Erkrankungsbeginn.Wer also schnell handelt, der kann heute dank moderner Rheuma-Medikamente die Erkrankung gut in den Griff bekommen.

Tipp:

Adressen der Ärzte und Institutionen die Frühdiagnose-Sprechstunden anbieten, finden Sie auf den Seiten der jeweiligen Regionalen Kooperativen Rheumazentren unter www.dgrh.de/rheumalandkarte (dort jeweils in den rechten Spalten).


Quelle: Pressemitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) vom 20.05.09 und vom 04.06.08: „Mit Frühdiagnose-Sprechstunden schneller zum Rheumatologen“ und „Deutliche Defizite, aber auch viele Verbesserungen - Memorandum der DGRh zeigt Versorgungssituation Rheumakranker“ sowie Informationen vom 35. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) mit der 21. Jahrestagung der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie (ARO); 19. bis 22. September 2007, Hamburg
Autor: Franziska Macht
Stand: Jul 29, 2009


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