Risiko für rheumatoide Arthritis
Hohes Geburtsgewicht kann Risiko für entzündliches Rheuma erhöhen
Sind Babys bereits bei Geburt zu dick, steigt ihr Risiko im späteren Leben an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken.
Ein hohes Geburtsgewicht ist offenbar ein Risikofaktor für entzündliches Rheuma. Das ergab zumindest eine US-amerikanische Studie an der zwischen 1976 und 1992 knapp 90 000 Frauen teilnahmen.
Demnach verdoppelte ein Geburtsgewicht von über zehn Pfund das Risiko für rheumatoide Arthritis (RA). Das ist ein bedeutsamer Befund. Weist das Studienergebnis doch auf einen möglichen Ansatzpunkt bei der Frühprävention von Erkrankungen wie der RA hin.
"Wenn es einen Weg gäbe, einer Erkrankung an rheumatoider Arthritis vorzubeugen, indem Sie dafür sorgen, dass das Geburtsgewicht nicht über zehn Pfund liegt, wäre dies ein Risikofaktor, den Sie beeinflussen können. Sie können das Alter eines Menschen nicht ändern. Sie können seine Geschlechtszugehörigkeit nicht ändern, aber Sie können möglicherweise sein Geburtsgewicht verändern", beschreibt deshalb auch die Leiterin der Forschungsgruppe, Frau Doktor Mandel, die Bedeutung ihrer Studienergebnisse.
Zudem sieht sie sich in Übereinstimmung mit einer weiteren Studiengruppe. Bereits 2003 hatten nämlich schwedische Forscher ebenfalls auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Geburtsgewicht und RA-Risiko hingewiesen. Damals lag die Zahl der Studienteilnehmer mit knapp 400 allerdings wesentlich niedriger als bei der aktuellen Untersuchung.
Um nachzuweisen, ob dieser Zusammenhang tatsächlich Bestand hat, untersuchten die New Yorker Forscher nun erstmals eine größere Bevölkerungsgruppe. Bei den Teilnehmerinnen handelte es sich um Krankenschwestern, die bereits seit 1976 an der "Nurses Health Study" teilnahmen. Erfasst wurde bei allen Frauen neben dem Geburtsgewicht u.a.:
- der aktuelle Gesundheitsstatus
- der Lebensstil
- die Familiengeschichte
- und das persönliche Gesundheitsverhalten
Von den knapp 90 000 Teilnehmerinnen erkrankten während des Studienzeitraumes etwas mehr als 600 an RA. Frauen mit einem Geburtsgewicht oberhalb von 4,54 kg erkrankten doppelt so häufig wie bei Geburt normalgewichtige. Dieser Befund bestätigte sich auch nach Ausschaltung anderer bekannter Risikofaktoren wie Rauchen oder sozialer Status während der Kindheit.
Eine mögliche Ursache für diesen Befund könnte laut Mandl eine anhaltende Fehlregulation zwischen wichtigen Zentren des Zwischenhirns, der Hirnanhangsdrüse und der hormonproduzierenden Organe sein. Über diese Verbindung wird u.a. die Produktion des körpereigenen Kortisons (Kortisol) reguliert. Durch das frühkindliche Übergewicht werde diese Achse möglicherweise bereits im Mutterleib entschieden gestört. Sie rege daher an, diese Theorie im Rahmen weiterer Studien zu überprüfen, so Mandl abschließend.




