Fatigue-Syndrom
Erschöpfungs-Syndrom bei Morbus Bechterew Patienten
Fatigue tritt bei vielen chronischen Krankheiten auf, auch bei Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis. Während es bei der Spondylitis Ankylosans früher kaum beachtet wurde, zeigt eine neue Studie, welch großen Einfluss das Erschöpfungs-Syndrom auf die Erkrankung insgesamt hat.
Fatigue kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie Müdigkeit und Erschöpfung. Typische Merkmale des Fatigue-Syndroms, auch Erschöpfungs-Syndrom genannt, sind anhaltende Schwäche und Abgeschlagenheit, Überforderungsgefühle bereits bei geringen Belastungen und eine deutliche Aktivitätsabnahme.
Es hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Diagnose und die Behandlung zahlreicher Krankheiten, auch aus dem rheumatischen Formenkreis, wie z.B. der rheumatoiden Arthritis und dem systemischen Lupus erythematodes.
Beim Morbus Bechterew wurde die Fatigue allerdings lange nicht berücksichtigt oder mit anderen Symptomen, wie z.B. Schlafstörungen oder chronischen Schmerzen, verwechselt. Aktuelle Studien zeigen nun allerdings einen großen Einfluss von Fatigue auf Morbus Bechterew Patienten. So wirkt sie sich z.B. auf das allgemeine Wohlbefinden, körperliche Funktionsfähigkeiten, Schmerzwahrnehmung und soziale Beziehungen aus. Nach Schmerzen und Steifigkeit ist die Fatigue damit eines der wichtigsten Symptome beim Morbus Bechterew.
In einer aktuellen Studie aus der Türkei wurde zum einen die Häufigkeit und die Art der Fatigue bei über 60 Morbus Bechterew Patienten untersucht. Zum anderen wurde der Zusammenhang von Fatigue und demographischen Variablen (z.B. Alter, Geschlecht, Krankheitsdauer), krankheitsspezifischen Variablen (z.B. Schmerz, Morgensteifigkeit, Funktionsstatus, Entzündungsaktivität) sowie Depression und Schlafstörungen beleuchtet. Um sich ein genaueres Bild der Fatigue zu machen, wurde diese in allgemeine, körperliche, emotionale und mentale Erschöpfung unterteilt.
Aus der Studie ergab sich, dass die Hälfte aller Studienteilnehmer unter einem schweren Erschöpfungs-Syndrom litten. Die Krankheitsaktivität war dabei der größte Einflussfaktor, insbesondere im Hinblick auf die allgemeine und körperliche Erschöpfung. Weiterhin berichtete über die Hälfte der Patienten mit einem Fatigue-Syndrom von Schlafstörungen und einer verminderten Schlafqualität. Auch ein Zusammenhang von Depression und Fatigue wurde durch die Untersuchung deutlich. So wiesen Teilnehmer mit hohen Fatigue-Werten auch oft hohe Werte bei der Depressionsbewertung auf. Diese Patienten litten besonders unter emotionaler und mentaler Fatigue.




