Ärztinnen vor Röntgenbild

Morbus Bechterew

Diagnose

Die Spondylitis ankylosans, besser bekannt als Morbus Bechterew, ist gekennzeichnet durch eine fortschreitende Versteifung von Wirbelsäule und Gelenken. Ein frühes Erkennen dieser Erkrankung ist für den Verlauf von entscheidender Bedeutung.

Nach jüngeren Beobachtungen kann zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und der sicheren Diagnose ein Zeitraum von fünf bis zehn Jahren liegen. Vor allem zu Beginn der Erkrankung sind die Symptome oft unspezifisch, das heißt nicht eindeutig hinweisend für einen Bechterew. Verschiedene Untersuchungsmethoden helfen dem Arzt bei der Diagnosesicherung.

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Krankengeschichte und körperliche Untersuchung

Erste Hinweise auf eine Spondylitis ankylosans geben folgende Beschwerden: entzündlicher Rückenschmerz (60 - 80 % der Erkrankten), Gelenkentzündungen (Arthritiden) der Gliedmaßen, Brust- oder Fersenschmerzen sowie Augenentzündungen. Der Nachweis von HLA-B27 im Blut untermauert den Verdacht. Bei der körperlichen Untersuchung können Bewegungseinschränkungen vor allem der Wirbelsäule auffallen. Da eine familiäre Häufung bekannt ist, sind auch erkrankte Familienangehörige ein zusätzliches, den Verdacht bestärkendes Moment.

Bildgebende Verfahren

Radiologische Untersuchungsmethoden wie eine Röntgenuntersuchung der Kreuz-Darmbein-Gelenke oder der Wirbelsäule zeigen knöcherne Veränderungen an. Kann eine Entzündung der Kreuzbein-Darmbein-Gelenke (Sakroiliitis) nachgewiesen werden, ist die Wahrscheinlichkeit eines Morbus Bechterew hoch. In der Anfangsphase der Erkrankung ist der Nachweis einer Sakroiliitis im konventionellen Röntgenbild allerdings oft noch nicht möglich. Ist das Röntgenbild trotz anhaltender Beschwerden unauffällig, kann der Nachweis u.U. anhand einer Magnetresonanztomografie (MRT) gelingen. Denn dieses Verfahren erfasst Veränderungen in den Kreuzbein-Darmbein-Gelenken in der Regel frühzeitiger als das Röntgen.

Nach allgemein gültigen Kriterien liegt eine Spondylitis ankylosans vor wenn:
a) der Nachweis einer Sakroiliitis gelingt und b) ein entzündlicher Rückenschmerz, eine eingeschränkte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule oder eine reduzierte Ausdehnung der knöchernen Brust beim Einatmen vorliegt.

Labortests

Der Nachweis von Entzündungszeichen zeigt, dass eine Entzündung im Körper besteht, ist aber nicht eindeutig für die Diagnose eines Morbus Bechterew. Beispielsweise ist die Blutsenkungsgeschwindigkeit (wie auch bei anderen Entzündungen) meist erhöht. Dies trifft aber nicht für alle Patienten zu. Bei bis zu 20 Prozent der Betroffenen ist die Blutsenkung trotz Krankheitsaktivität unaufällig.

Der Nachweis von HLA-B27, einem genetischer Marker, unterstützt den Verdacht für eine Sondylitis ankylosans (M. Bechterew) - für eine Diagnosesicherung reicht er nicht. 90 bis 95 Prozent der Bechterew-Patienten tragen dieses Merkmal. Gleichzeitig kann aber auch bei anderen rheumatischen Erkrankungen wie beispielsweise der Psoriasis-Arthritis und den reaktiven Arthritiden ein positiver HLA-B27 Nachweis vorliegen. Darüber hinaus lässt sich auch bei 6 bis 8 Prozent aller Gesunden das HLA-B27 positiv nachweisen. Was noch einmal unterstreicht, dass ein positiver Nachweis die Berücksichtigung weiterer Untersuchungsergebnisse durch einen kompetenten Arzt notwendig macht.


Quelle: Hettenkofer H.-J. (Hrsg.): Rheumatologie, Diagnostik - Klinik - Therapie, 5. Auflage 2003, Georg Thieme Verlag, Stuttgart - New York
Autor: Springer Medizin
Stand: Jan 14, 2009


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