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Kindliches Rheuma

Junge Patienten heute besser behandelbar

Anders als viele Menschen noch immer glauben, können auch Kinder an Rheuma erkranken. Derzeit sind es etwa 15 000 Kinder und Jugendliche und deren Familien, die mit der Diagnose juvenile idiopathische Arthritis – das ist der Fachbegriff für kindliches Rheuma – leben.

Gelenkerkrankungen verlaufen bei Kindern häufig anders als bei Erwachsenen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Kinder befinden sich noch mitten im Wachstum, die mit der Erkrankung verbundenen Entzündungsvorgänge können sowohl das Knochenwachstum wie auch die Entwicklung der Motorik beeinflussen. Zudem unterscheidet sich das kindliche Abwehrsystem von dem erwachsener Menschen. Ebenso wirkt nicht jedes Medikament, das bei Erwachsenen erfolgreich eingesetzt wird, auch bei Kindern vergleichbar gut. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Die Übertragung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in den Alltag und eine bessere Überprüfung bisheriger Behandlungsverläufe trägt dieser Tatsache Rechnung. Zusammen mit der Zulassung neuer Medikamente speziell für rheumakranke Kinder und Jugendliche hat dieses Vorgehen die Entwicklung altersgerechterer Therapiestrategien deutlich begünstigt.

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So können Mediziner heute, selbst bei schwer erkrankten Kindern, eine deutliche Besserung der Beschwerden bis hin zu einer Beschwerdefreiheit erreichen. Das belegen nun auch die Daten der Kinder-Kerndokumentation*, die anlässlich des 37. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Demnach hat sich die Anzahl der stationär zu behandelnden Kinder in einem Zeitraum von sechs Jahren etwa halbiert, während sich der durchschnittliche Gesundheitszustand (gemessen am Grad der Behinderung) verbesserte. Das ist mehr als erfreulich. Weitere Erfolge zeigen die Daten aus dem deutschen Register für die Therapie mit den neuartigen Medikamenten. Zwei Jahre nach Beginn der Therapie war jedes zweite Kind, unter Behandlung mit einem dieser Wirkstoffe ohne erkennbare Krankheitsaktivität. Kinder, deren Größenwachstum zuvor krankheitsbedingt eingeschränkt war, zeigten ein Aufholwachstum.

Aber nicht jedes Kind profitiert von jedem Medikament gleichermaßen. Wie hilfreich ein bestimmtes Medikament ist, hängt u.a. von dem Grad der Gelenkbeteiligung, der Krankheitsaktivität insgesamt und nicht zuletzt vom Zeitpunkt seines Einsatzes ab. Damit Kinder rechtzeitig eine wirksame Behandlung mit möglichst gut verträglichen Medikamenten erfahren, sollten sie deshalb frühzeitig einem erfahrenen Kinder- und Jugendrheumatologen vorgestellt werden.

*Glossar:

Kinder-Kerndokumentation: Es handelt sich um ein Register, das seit 1997 besteht und die Behandlungsverläufe von mittlerweile etwa 6000 rheumakranken Kindern dokumentiert. Die Dokumentation dient der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie u.a. zur Qualitätssicherung und Versorgungsforschung.


Quelle: Pressekonferenz anlässlich des 37. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, 23.09.09, Prof. Dr. Horneff: „Therapien für Kinder und Jugendliche mit Rheuma: Sind junge Patienten heute besser behandelbar?“
Autor: Eduardo Ramminger
Stand: Nov 2, 2009


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