Kinderrheuma

Diagnose

Da die Diagnose der juvenilen idiopathischen Arthritis schwierig sein kann, wird sie oft von einem spezialisierten Kinderarzt gestellt. Einige Laboruntersuchungen können ihm Hinweise liefern, aber einen "beweisenden" Rheuma-Test gibt es nicht.

Bei der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) handelt es sich um eine so genannte Ausschlussdiagnose. Mit anderen Worten: Der Arzt kann sie nur stellen, indem er verschiedene Untersuchungsergebnisse wie Teile eines Puzzles zusammenträgt und andere mögliche Erkrankungen nach und nach ausschließt: Erst wenn alle Krankheiten mit ähnlichen Symptomen nicht in Frage kommen, kann von einer JIA ausgegangen werden. Ärzte werden an eine JIA denken, wenn die Kinder jünger als 16 Jahre sind und seit mehr als sechs Wochen dauerhaft an einer Gelenkentzündung leiden.

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Die Grenze von sechs Wochen wurde gewählt, um vorübergehende Gelenkentzündungen abzugrenzen, die beispielsweise nach Infektionen auftreten können. Auch die Krankengeschichte und die familiäre Vorbelastung können wichtige Hinweise liefern. Zudem erfolgt eine körperliche Untersuchung.

Darüber hinaus spielen sowohl bei der Diagnose als auch bei der weiteren Kontrolle des Krankheitsverlaufs verschiedene Laboruntersuchungen eine wichtige Rolle. Eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und erhöhte Blutwerte des C-reaktiven Proteins (CRP) sprechen allgemein für das Vorliegen von einer Entzündung im Körper.

Zu den kennzeichnenderen Laborparametern gehört der so genannte Rheumafaktor (RF). Bei dem RF handelt sich um einen Antikörper, der gegen körpereigene Strukturen gerichtet ist (Autoantikörper). Er lässt sich bei der Rheumafaktor-positiven Polyarthritis über einen längeren Zeitraum in hohen Konzentrationen nachweisen.

Eine Gruppe weiterer Autoantikörper, die bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen auftreten können, setzt sich aus den antinukleären Antikörpern (ANA) zusammen. Sie sind gegen bestimmte Strukturen des Zellkerns gerichtet, der in den meisten Zellen des Körpers vorhanden ist. ANA lassen sich häufig bei der früh beginnenden Oligoarthritis finden. Da Kinder mit positivem ANA-Befund ein erhöhtes Risiko aufweisen, dass sich bei ihnen die Regebogenhaut des Auges entzündet, sollten regelmäßig Augenuntersuchungen stattfinden. Denn die Entzündungen können schwer wiegende Schäden verursachen und sind nicht immer leicht zu erkennen.

Ein weiterer Labortest stellt die Untersuchung auf das zelluläre Antigen HLA-B27 dar. Es gehört zum so genannten HLA-System, das bei der Immunabwehr und der immunologischen Steuerung eine wichtige Rolle spielt. HLA-B27 ist bei bis zu 80% der Kinder zu finden, die eine Arthritis mit Enthesitis-Neigung (Entzündung der Sehnenansätze) haben. Auch bei anderen rheumatischen Erkrankungen wie dem M. Bechterew kommt HLA-B27 gehäuft vor.

Neben den Labortests sind bildgebende Verfahren wie Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen von zentraler Bedeutung. Sie können zwar zu Beginn der Erkrankung häufig noch keine typischen Veränderungen nachweisen, weil diese erst später auftreten, dienen jedoch dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Zudem kann der Arzt mit ihnen den weiteren Krankheitsverlauf und den Therapieerfolg kontrollieren und seine Behandlung ggf. entsprechend anpassen.


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 15, 2009


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