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Schmerztherapie bei Rheuma

Schmerzbehandlung sichert Unabhängigkeit

Schmerzen können die Fähigkeit zur Alltagsbewältigung und die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen. Mittels einer professionellen Schmerztherapie ist dieser Prozess jedoch umkehrbar.

Werden Schmerzen nicht ausreichend behandelt, beeinträchtigen sie die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit erheblich. Neueren Studien zufolge handelt es sich bei dieser Beobachtung um eine ernst zu nehmende Wechselwirkung, deren Bedeutung mit steigendem Lebensalter sogar noch zunimmt. "Diese negative Spirale von Schmerz, körperlicher Inaktivität und geistiger Beeinträchtigung kann man aber auch positiv therapeutisch nutzen", berichtete Dr. Matthias Schuler vom Diakonie Krankenhaus Mannheim beim Deutschen Schmerzkongress in Berlin. "Denn man hat aus schmerztherapeutischer Sicht nicht nur den Schmerz als Behandlungsziel, sondern kann auch körperliches und kognitives Training zur Verbesserung der Lebensqualität betroffener Schmerzpatienten einsetzen."

Kopf und Körper beeinflussen sich demnach gegenseitig. Diese Erkenntnis ist zwar nicht wirklich neu, das Wissen um einige Aspekte dieser Beziehung aber schon. Fragen zu dem Wechselspiel zwischen Kognition und körperlicher Funktion stehen deshalb seit einiger Zeit im Brennpunkt des wissenschaftlichen Interesses. Unter dem Begriff "Kognition" versteht man das Erkennen und Wahrnehmen u.a. durch Erinnern, Denken und Vorstellen. Telefoniert man bei einer Autofahrt beispielsweise mit einem Handy, so kann es durch die damit verbundene kognitive Beanspruchung zu einer deutlichen Verminderung der Reaktionsgeschwindigkeit und der Maximalkraft kommen. Andererseits kann man u.U. mit einem körperlichen Training neben der körperlichen auch die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern. Effekte, die mit steigendem Lebensalter in der Regel sogar noch zunehmen.

Überträgt man diese Erkenntnisse auf die Situation von Schmerzpatienten spricht vieles für eine gezielte Kombination unterschiedlicher Heilverfahren zu einem spezifischen Therapiemodell: "Aufgrund der Beziehungen von Schmerz, körperlicher und geistiger Funktion ist für ältere Menschen eine ausreichende Schmerztherapie so früh wie möglich besonders wichtig. Dabei wird man das Ziel der möglichst großen Selbständigkeit am besten erreichen, wenn man eine ausreichende schmerzlindernde Therapie mit körperlichem und auch komplexerem kognitiven Training kombiniert", so Dr. Schuler in Berlin. Bei der Planung und im Verlauf der Therapie sollten zudem die Ausprägung der Schmerzproblematik und Begleiterkrankungen ausreichend berücksichtigt und überwacht werden.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) vom 10.10.2008, Kontakt: Meike Drießen, Pressestelle
Autor: Eduardo Ramminger
Stand: Mar 25, 2009


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