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Rheuma behandeln

Radon-Heilstollentherapie

Ein endgültiger Beweis der Wirksamkeit einer Radontherapie bei entzündlichen Gelenkerkrankungen steht zwar noch aus, doch einige neuere wissenschaftliche Studien lassen hoffen. Erst neulich haben beispielsweise Forscher aus Österreich eine Untersuchung an Bechterew-Patienten veröffentlicht, die in Bad Gastein an einer so genannten Radon-Heilstollentherapie teilgenommen hatten.

In dieser Studie ließ sich ein positiver Einfluss der Radontherapie auf das Immunsystem belegen. Die Wissenschaftler hatten 83 Patienten mit Morbus Bechterew über 3-4 Wochen mit Hyperthermie, Radon-Anwendungen in einem Heilstollen und gymnastischen Übungen behandelt. Um die Effekte zu überprüfen, ermittelten sie sowohl die Abnahme der morgendlichen Schmerzen als auch die Konzentration des antientzündlichen Botenstoffs TGF-beta1 im Blut. Als Kontrolle dienten zehn Patienten mit nichtentzündlichen Rückenschmerzen, die auf die gleiche Art und Weise wie die Bechterew-Patienten behandelt wurden. Zudem erhielt eine weitere Kontrollgruppe, bestehend aus zehn Bechterew-Patienten, eine konventionelle Behandlung ohne Radon.

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TGF-beta1 ist ein potentes Zytokin, das eine wichtige Rolle bei der Knochenheilung und dem Knochenumbau spielt. In der Gruppe der Bechterew-Patienten mit Radon-Therapie ließ sich bei der Mehrheit der Patienten ein deutlicher Anstieg der TGF-beta1-Werte im Blut feststellen. Dabei ergab sich insbesondere ein Zusammenhang zwischen aktiviertem TGF-beta1 und stärkerer Schmerzreduktion. Bei den Morbus-Bechterew-Patienten ohne Radon-Therapie stiegen die TGF-beta1-Werte hingegen nicht und bei den Patienten mit nicht-entzündlichem Rückenschmerz nur geringfügig an.

Nach Ansicht der Forscher könnte TGF-beta1 aufgrund seiner antientzündlichen Eigenschaften in die krankhafte Entzündungsreaktion bei Morbus Bechterew eingreifen und auf diese Weise zur Besserung der Schmerzen und Mobilität der Patienten beitragen. Prof. Dr. Wolfgang Marktl, Medizinische Universität, Wien, schließt aus dieser und anderen Studien, dass sich die Hinweise auch anhand "harter" Daten von wissenschaftlich hochwertigen Studien mehren, dass eine Radon-Therapie mit tatsächlich günstigen biologischen Effekten verbunden sein könnte. Zusammenfassend sei diese Form der Therapie also mehr, als eine - wie vielfach bemängelt - wirkungslose und unbewiesene Form der Komplementärmedizin.


Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschrift "Wiener Klinische Wochenschrift", 2006.
Autor: Springer Medizin
Stand: Jan 14, 2009


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