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Medikamentöse Behandlung

Glukokortikoide in der Rheuma-Therapie

Glukokortikoide, umgangssprachlich mit dem Begriff "Kortison" gleichgesetzt, spielen insbesondere zu Beginn der Behandlung einer rheumatoiden Arthritis eine wichtige Rolle. Glukokortikoide wirken sehr schnell und werden zusätzlich zur Basistherapie als Tabletten eingenommen und/oder in die betroffenen Gelenke gespritzt.

Glukokortikoide können sehr effektiv die entzündlichen Reaktionen, die der rheumatoiden Arthritis (chronischen Polyarthritis) zu Grunde liegen, bereits innerhalb von Tagen reduzieren und auf diese Weise die Symptome schnell lindern. Daher werden sie häufig vor allem zu Beginn der medikamentösen Therapie zusätzlich zur Behandlung mit langwirksamen Antirheumatika angewendet. Die therapeutischen Effekte der Basistherapie machen sich oft erst nach mehreren Wochen bemerkbar.

Einige Patienten bleiben jedoch auch langfristig auf die Glukokortikoide angewiesen, wenn die Basistherapeutika die Symptome und Funktionseinschränkungen nicht ausreichend bessern. Zudem scheinen die Glukokortikoide neben der Besserung der Symptome selbst einen gewissen krankheitsmodifizierenden Einfluss zu haben: Untersuchungen zeigten, dass die Wirkung einer Methotrexat-Basisbehandlung auf die Krankheitsaktivität und die im Röntgenbild sichtbare Gelenkzerstörung durch die zusätzliche Gabe eines Glukokortikoids verstärkt wird.

Die Glukokortikoide werden häufig in Form von Tabletten eingenommen. Da die synthetisch hergestellten Substanzen körpereigenen Hormonen ähneln, entfalten sie jedoch nicht nur gewünschte Wirkungen in den erkrankten Gelenken, sondern vor allem bei einer langfristigen Behandlung auch unerwünschte Wirkungen in anderen Bereichen des Körpers.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören beispielsweise Knochenschwund (Osteoporose), Bluthochdruck, Gewichtszunahme, erhöhte Blutzuckerwerte, Einlagerung von Wasser im Gewebe, Linsentrübung (Katarakt), Infektanfälligkeit und Verdünnung der Haut. Sie sind der Grund, warum viele Patienten Bedenken vor einer "Kortison"-Therapie haben. Doch der Arzt wird Nutzen und Risiken der Therapie sorgfältig abwägen und das Glukokortikoid so gering wie möglich dosieren. Um das Auftreten von Nebenwirkungen zu minimieren, gibt man das Präparat nur so lange wie unbedingt notwendig.

Die Behandlung wird in der Regel mit einer etwas höheren Tagesdosis begonnen, um diese in enger Abstimmung mit dem Patienten nach und nach so lange zu reduzieren, bis die gerade noch ausreichend wirksame Dosis erreicht ist.

Osteoporose vorbeugen

Um dem Auftreten einer Osteoporose vorzubeugen, erhalten die Patienten zudem Kalzium und Vitamin D. Auch die Hormonersatztherapie bei Frauen in den Wechseljahren und die Behandlung mit Bisphosphonaten kann im Einzelfall sinnvoll sein. Darüber hinaus erfolgen regelmäßig Kontrolluntersuchungen, um zum einen potenzielle Nebenwirkungen früh zu erkennen und zum anderem eine weitere Reduktion der Dosis oder ein Absetzen der Therapie zu überprüfen.

Lokale Glukokortikoid-Anwendungen

Sind nur wenige Gelenke betroffen, stellen auch Glukokortikoid-Injektionen ("Spritzen") direkt in die schmerzenden Gelenke eine Behandlungsoption dar. Da die Korikosteroide dabei weitestgehend im Gelenkbereich verbleiben, ist eine Injektion oft besser verträglich und erfolgt daher teilweise anstelle der Tabletteneinnahme. Sie können diese jedoch auch ergänzen und beispielsweise bei ausgeprägten Störungen der Gelenkfunktion die Krankengymnastik unterstützen, indem sie für das Training die Beweglichkeit verbessern. Die Wirkung der Injektionen ist zum Teil sehr gut, jedoch auch zeitlich begrenzt. Zudem sollten sie von einem erfahrenen Arzt vorgenommen werden, um mögliche Komplikationen wie Infektionen durch unsteriles Arbeiten zu vermeiden.

Anwendung beim M. Bechterew und der JIA

Die Behandlung der Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) mit Glukokortikoiden ist limitiert. Die intraartikulären Injektionen (Spritzen in den Gelenkspalt) spielen hier eine größere Rolle.

Auch bei der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) wird das Medikament angewendet - wieder in erster Linie als intraartikuläre Injektion in die betroffenen Gelenke. Bei Augenentzündungen, die oft bei der JIA auftreten, kann eine lokale Behandlung mit Tropfen oder Spritzen erfolgen. Schwerere Verläufe erfordern eventuell schließlich eine Behandlung mit Tabletten oder Kurzinfusionen. Um Nebenwirkungen zu minimieren, wird Glukokortikoid-Therapie nur so lange fortgeführt, bis die Basistherapie ausreichend wirkt.


Autor: Springer Medizin
Stand: Jan 14, 2009


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