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Zukunft Rheumatologie

Das Ziel: Patientenversorgung verbessern

Die Versorgungssituation von Rheumapatienten in Deutschland lässt zu wünschen übrig. Diesen Missstand zu beseitigen ist das Ziel der Initiative "Zukunft Rheumatologie".

1.327 Luftballons steigen zum Abschluss der Pressekonferenz "Zukunft Rheumatologie - Facharztausbildung ermöglichen - Patientenversorgung sichern - Forschung fördern" in den Berliner Himmel. Diese Zahl wurde bewusst gewählt, denn genauso viele Menschen erkranken jeden Tag neu an Rheuma. Eine erschreckend hohe Zahl, die zeigt, wie wichtig die Rheumatologie in Forschung und ärztlicher Weiterbildung ist. Allein in Deutschland leiden ca. zehn Millionen Menschen an einer rheumatischen Erkrankung. Diesem wichtigen Thema hat sich daher die Initiative "Zukunft Rheumatologie" angenommen.

"Zukunft Rheumatologie" - was verbirgt sich dahinter?

Ziel ist es, die Versorgungsqualität im Bereich Rheumatologie zu verbessern. Das forschende Arzneimittelunternehmen Wyeth Pharma unterstützt das Projekt dabei mit 1,5 Millionen Euro. "Wir freuen uns sehr, mit dem Berufsverband Deutscher Rheumatologen, der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und dem Rheumazentrum Hannover starke Partner mit innovativen Projektideen für die `Zukunft Rheumatologie` gewonnen zu haben. Wir sind überzeugt, dass alle Projekte der Initiative dazu beitragen werden, die Versorgung von Rheuma-Patienten in Deutschland zu verbessern", erklärt PD Dr. Peter-Andreas Löschmann, Medizinischer Direktor von Wyeth Pharma, die Hintergründe. Die Initiative unterstützt derzeit zahlreiche Forschungsprojekte und die Weiterbildung von Ärzten zu Rheumatologen.

Behandlung rheumatologischer Erkrankungen verbessern

Ein wichtiger Bereich dabei ist die Forschungsförderung. In den letzten Jahren konnte die Versorgungssituation dank moderner Therapieansätze erheblich verbessert werden. Besondere Aufmerksamkeit gebührt dabei dem Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (kurz TNF-alpha), der Entzündungen im Körper auslöst und sie verstärkt. Hier setzen Medikamente wie TNF-alpha-hemmende Substanzen (z.B. TNF-alpha-Rezeptoren) an. Diese Stoffe fangen das entzündungsfördernde TNF- alpha ab und binden es, bevor es seine schädliche Wirkung entfalten kann. Daher ist ein großes Ziel der Initiative, die Forschung an TNF-alpha weiter voranzutreiben. Zu diesem Zweck werden zahlreiche Forschungsprojekte unterstützt, die sich dem Thema TNF-Hemmung in der Rheumatologie und Kinderrheumatologie widmen.

Rheumapatienten in Deutschland unterversorgt

"Die Versorgung von Rheuma-Patienten in Deutschland ist angespannt", unterstreicht auch Dr. Edmund Edelmann, 1. Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen, im Rahmen der Pressekonferenz. Nur eine Minderheit der Rheuma-Patienten wird entsprechend den medizinischen Leitlinien behandelt. Derzeit vergehen durchschnittlich 1,1 Jahre, ehe ein Patient mit einer rheumatischen Erkrankung zum ersten Mal einen Rheumatologen sieht. Dabei fordert die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie eine Frist von maximal sechs Wochen nach Diagnosestellung. Zudem wird empfohlen, dass eine Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten nach drei Monaten aufgenommen werden sollte. Doch die Realität sieht anders aus: Nur jeder zweite Patient erhält von seinem Arzt innerhalb von drei Monaten eine krankheitsmodifizierende Therapie, die die Gelenkzerstörung deutlich verlangsamen oder gar stoppen kann.

Die Hauptursache für diesen Missstand ist die mangelnde Anzahl von Rheumatologen. Derzeit müsste die Zahl der Rheumatologen in Deutschland verdoppelt werden, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Der Berufsverband Deutscher Rheumatologen hat daher das Projekt "Weiterbildungsassistenz" ins Leben gerufen. Für die Zeit der Weiterbildung können sich interessierte Ärzte um ein monatliches Stipendium bewerben. Im Rahmen der "Zukunft Rheumatologie" wird die Finanzierung dieses Projektes ermöglicht. Noch früher setzt die "Fritz-Hartmann-Akademie" an. "Ab sofort können sich Medizinstudenten in unseren Seminaren ein Bild vom spannenden und zukunftsträchtigen Berufsfeld Rheumatologie machen", sagt Dr. Inge Ehlebracht-König Vertreterin des Rheumazentrums Hannover e.V. "Dem erhöhten Bedarf an Fachärzten wird hiermit ganz konkret begegnet, um langfristig die Versorgung von Rheuma-Patienten zu verbessern", unterstreicht abschließend Dr. Edelmann.


Quelle: Nach Informationen der Pressekonferenz "Zukunft Rheumatologie - Facharztausbildung ermöglichen - Patientenversorgung sichern - Forschung fördern" am 1. April 2009 in Berlin
Autor: Franziska Macht
Stand: Apr 29, 2009


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