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Basistherapie bei Rheuma

Methotrexat

Niedrig dosiertes Methotrexat, kurz MTX genannt, hat sich in den letzten Jahren zu einem der am meisten verschriebenen langwirksamen Antirheumatika entwickelt. Viele Ärzte schätzen vor allem sein gutes Verhältnis von erwünschter und unerwünschter Wirkung. Außerdem muss das Medikament nur einmal pro Woche angewendet werden.

Methotrexat ist seit vielen Jahren als langwirksames, krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum ein wichtiger Bestandteil der Rheuma-Therapie. MTX kann als so genanntes Immunsuppressivum Reaktionen des Immunsystems unterdrücken und wird deshalb bei Erkrankungen eingesetzt, denen Störungen der körpereigenen Abwehr zu Grunde liegen. Der genaue Wirkmechanismus von MTX bei rheumatischen Erkrankungen ist zwar noch unklar, doch verschiedene Untersuchungen konnten belegen, dass Methotrexat die Symptome bei rheumatoider Arthritis lindern kann. Besonders Patienten mit schwereren Erkrankungsformen profitieren von der Behandlung.

Zudem zeigten Langzeituntersuchungen den positiven Effekt des Medikamentes auf die entzündlichen Knochenveränderungen: Ihr Fortschreiten, das sich in Röntgenaufnahmen verfolgen lässt, konnte aufgehalten werden. Aus diesem Grunde vergleichen neuere Studien auch häufig moderne Therapeutika mit Methotrexat als Standardtherapie.

Da in der Rheumatherapie - im Gegensatz z.B. zur Krebstherapie - Methotrexat niedrig dosiert wird, ist das Verträglichkeitsprofil hier relativ gut. Langjährige Erfahrungen mit dem Medikament erhöhen die Sicherheit der Therapie.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den wichtigsten Nebenwirkungen gehören Entzündungen der Mundschleimhaut, Durchfall, Erbrechen und - vereinzelt - eine erhöhte Neigung zum Haarausfall. Da es sich beim Methotrexat um einen Gegenspieler der Folsäure handelt, lassen sich diese Beschwerden durch die gleichzeitige Einnahme von Folsäure zumindest teilweise bessern. Das wird beispielsweise in den USA routinemäßig empfohlen. Ob die Einnahme von Folsäurepräparaten sinnvoll ist, sollte jedoch unbedingt mit dem Arzt besprochen werden, da zu hohe Dosen die Wirksamkeit von Methotrexat möglicherweise beeinträchtigen könnten.

Darüber hinaus kann die Methotrexat-Therapie selten auch zu Erhöhungen der Leberwerte führen. Um einen Leberschaden zu verhindern, sind daher regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt notwendig. Zudem sollte der Patient während der Therapie möglichst keinen Alkohol konsumieren. Zu weiteren seltenen Nebenwirkungen, die auch regelmäßig kontrolliert werden müssen, gehören Veränderungen der Blutbildes oder Lungenentzündungen. Ein Patient sollte daher sofort seinen Arzt aufsuchen, wenn bei ihm Fieber, Luftnot oder Reizhusten auftreten.

Auf Grund der potentiell fruchtschädigenden Wirkung von Methotrexat müssen sowohl Frauen als auch Männer während der Einnahme und der ersten drei Monate nach Ende der Therapie besonders auf die Verhütung achten, weil in dieser Zeit keine Kinder gezeugt werden dürfen. Außerdem sollten während der Behandlung wegen der Unterdrückung des Immunsystems bestimmte Impfungen (aktive Immunisierungen) nicht erfolgen.

Methotrexat wird einmal pro Woche entweder als Tablette geschluckt oder als Flüssigkeit vom Arzt in die Vene, das Unterhautfettgewebe (s.c.) oder die Muskulatur (i.m.) gespritzt. Eine Besserung der Symptome tritt meistens innerhalb von vier bis acht Wochen ein. Bleibt sie aus, kann der Arzt über eine Veränderung der MTX-Therapie (beispielsweise Erhöhung der Dosis) entscheiden.

Die Wahl zwischen Methotrexat als Tablette und Spritze erfolgt individuell. So bevorzugen viele Patienten zwar Tabletten, doch hinsichtlich der Wirksamkeit und Verträglichkeit haben die Spritzen Vorteile. Daher wird die Behandlung häufig mit den MTX-Injektionen begonnen und später auf Tabletten umgestellt.

Weitere Anwendungsgebiete

Methotrexat hat auch eine Zulassung für die Behandlung von Kindern mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA). Es ist bei dieser Erkrankung das Basismedikament der Wahl und kommt vor allem zum Einsatz bei schwereren Krankheitsverläufen und unzureichendem Ansprechen von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Kinder erhalten es in der Regel niedrig dosiert und oral.

Bitte beachten Sie, dass für die Angaben zu Medikamenten und Dosierungen keine Gewähr übernommen wird. Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen stellen keine Empfehlung oder Bewerbung des genannten Präparates oder der Präparate und Substanzen dar. Die Informationen ersetzen nicht die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Für konkrete und individuelle Fragen zur Therapie wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.


Autor: Springer Medizin
Stand: Jan 16, 2009


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