Rheuma behandeln

Psychologische Betreuung

Psychologische Betreuung, insbesondere die Psychotherapie, ist neben Medikamenten und physikalischer Therapie ein wichtiger Bestandteil der Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Unterstützung erhalten Betroffene vor allem bei der Krankheits- und Schmerzverarbeitung.

Der Begriff der Psychotherapie bedeutet im Übertragenen soviel wie Behandlung der Seele (griech.: psyche = Seele, therapie = Behandlung).

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Der Zusammenhang zwischen seelischer Belastung und körperlicher Krankheit äußert sich verschieden: So kann durch eine große emotionale Beteiligung bei bestimmten Ereignissen wie dem Tod eines vertrauten Menschen eine Erkrankung ausbrechen oder auch bestehende Krankheitsaktivität verstärkt werden. Andersherum ist durch die chronische Krankheit und ihre Bewältigung das psychische Gleichgewicht gefährdet. Zudem besteht die Möglichkeit einer gestörten Schmerzbewältigung.

Verschiedene psychologische Verfahren zur Schmerz- und Krankheitsbewältigung werden genutzt. Um Schmerzen besser verarbeiten zu können, dienen Methoden wie "Schmerzbewältigungstraining" und "Schmerzkontrolltraining". Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist das Verständnis der Patienten über Schmerzentstehung und -verarbeitung im Körper. Weitere Bestandteile stellen Entspannungsübungen oder Ablenkungsstrategien wie Unternehmungen, die Freude bereiten, dar.

Auch die Inhalte einer psychotherapeutischen Behandlung speziell bei rheumatischen Erkrankungen umfassen Schmerz-, Krankheitsbewältigung sowie Entspannungsübungen neben Kriseninterventionen bei akuten Schwierigkeiten und anderen Maßnahmen. Eine Gruppentherapie kann ebenfalls hilfreich sein. Je nach Indikation und Verfügbarkeit kommen verschiedene psychotherapeutische Methoden in Frage.

Die Krankenkasse übernimmt psychoanalytische, tiefenpsychologisch fundierte und verhaltenstherapeutische ambulante Psychotherapien. Andere Therapieformen, wie Gesprächstherapie oder Gestalttherapie, müssen bei Inanspruchnahme privat bezahlt werden; Ausnahmen bilden hier stationäre Aufenthalte. In Kliniken werden häufig viele verschiedene psychotherapeutische Methoden angeboten, hier ist die Übernahme durch die Krankenkassen unproblematisch.

Bei der Suche und Auswahl eines geeigneten Psychotherapeuten gibt es verschiedene Möglichkeiten. Betroffene lassen sich von ihrem behandelnden Arzt beraten oder können sich auch selbständig orientieren (Gelbe Seiten oder Internet). Hierbei muss beachtet werden, dass der Begriff des Psychotherapeuten erst seit dem 1. Januar 1999 geschützt ist, sodass nur Psychotherapeuten mit staatlicher Approbation diesen Titel führen dürfen; ältere Publikationen sagen also nichts über die Qualifikation der Therapeuten aus. Des Weiteren geben die Kassenärztliche Vereinigungen Auskunft über psychologische und ärztliche Psychotherapeuten in Ihrer Nähe, deren Therapieangebote von der Krankenkasse übernommen werden. Eine andere Quelle ist der Psychotherapie-Informationsdienst, der Sie über die speziellen Leistungen und Angebote einzelner Therapeuten und Praxen informiert (www.psychotherapiesuche.de).


Autor: Springer Medizin
Stand: Jan 14, 2009


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