Rheuma behandeln
Physiotherapie
Der Begriff der Physiotherapie leitet sich aus dem griechischen Wort Physis, welches übersetzt Natur bedeutet, und dem Wort Therapie, also Behandlung ab. Physiotherapie ist eine Behandlungsmethode, die sich, an der natürlichen Umgebung des Menschen orientiert. Wärme, Kälte und Bewegung sind ihm aus seinem Alltag bekannt.
Die Physiotherapie setzt diese und andere Reize gezielt ein, um bestimmte, therapierelevante Effekte zu erzielen. Grundgedanke der Physiotherapie ist es, durch den Einsatz natürlicher Reize Schmerzen und Funktionsdefizite zu beseitigen und Bewegungsabläufe zu optimieren.
Die Physiotherapie wird eingesetzt
- zur Prävention:
- Entgegenwirken von drohenden Erkrankungen oder ihrer Folgen
- Vorbeugend zur Verhinderung des Wiederauftretens von überwundenen Krankheiten
- Behandlung akuter Erkrankungen
- Behandlung chronischer Erkrankungen
- Wiederherstellung
- Ausgleich bestehender körperlicher Einschränkungen
Das Tätigkeitsfeld von Physiotherapeuten erstreckt sich von der Behandlung des Bewegungsapparats, über Nerven-, Herz-, Gefäß-, Stoffwechsel- und Atemwegserkrankungen.
Für die Physiotherapie im rheumatischen Bereich sind folgende Behandlungsmethoden besonders wichtig:
Lagerungen
Gezielte Lagerungen sollen, besonders bei akuten Entzündungsepisoden zu einer Gelenkentlastung führen. Besonders zu berücksichtigen sind empfohlenen Lagerungsstellungen, um Gelenkkontrakturen vorzubeugen. Wichtig ist weiterhin, Lagerungen stets mit passiven oder assistierenden Übungen zum Erhalt und zur Ausweitung des Bewegungsumfangs zu kombinieren.
Gelenkmobilisation
Die manuelle Mobilisation dient dem Erhalt der Beweglichkeit und evtl. auch deren Steigerung. Vorsicht im entzündlichen Schub!
Extensionen, Traktionen und Dehnungen
Hierbei handelt es sich um passive Bewegungsübungen die der Gelenkbeweglichkeit dienen.
Apparative Verfahren
Unter apparativen Verfahren versteht man Schienen und mechanische Gerätschaften, wie z.B. den Schlingentisch u.ä. die der Gelenkbeweglichkeit bzw. der Entlastung der Gelenke dienen.
Muskeltraining
Da rheumatische Erkrankungen durch akut entzündliche Prozesse und daraus resultierende schmerzbedingte Bewegungshemmung häufig einen Rückgang der Muskulatur zur Folge haben, ist ein gezieltes Muskeltraining von hohem Stellenwert.
Gelenkbeweglichkeit
Auch aktive Übungen zum Erhalt der Gelenkbeweglichkeit und evtl. sogar zur Erweiterung des Bewegungsradius sind außerhalb akuter Schübe unerlässlich.
Schmerzlinderung
Bestimmte physiotherapeutische Maßnahmen wie Massage-, Thermo-, und Elektrotherapie können schmerzlindernd wirken. (s.a. Physikalische Therapie)
Gangschulung
Besonders bei Gelenkentzündungen der Beine kann eine Gangschulung mit oder ohne Hilfsmittel nötig werden. Ziel hierbei ist es, die mechanische Überlastung der entzündeten Gelenke zu vermeiden. Durch die Entlastung bestimmter Gelenke und Muskeln kann es zu einem Rückgang der Muskulatur kommen, diesem Rückgang gilt es durch gezielte physiotherapeutische Übungen entgegenzuwirken. Falls auch in der oberen Extremität Entzündungsherde aktiv sind, kann eine entsprechende Ausstattung der Gehilfe mit gelenkschonenden Handgriffen oder Unterarmauflagen indiziert sein.
Schmerzbewältigungstechniken
Da Schmerzen im Bewegungsapparat häufig Verspannungen zur Folge haben, können verschiedene Entspannungstechniken sinnvoll sein. Bekannte Entspannungsmethoden sind z.B. autogenes Training und die progressive Muskelrelaxation nach Jakobsen.




