Morbus Bechterew
Zwei Risiko-Gene identifiziert
Internationale Wissenschaftler haben zwei Gene entdeckt, die bei der Entstehung von Morbus Bechterew eine Rolle spielen. Damit sind neue Diagnose- und Therapieverfahren denkbar.
Die Forschergruppe hatte u.a. die Gene von 1.000 Patienten mit Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) mit den Genen von 1.500 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Die Analyse zeigte, dass bei Patienten mit Morbus Bechterew die beiden Gene ARTS1 und IL23R häufiger zu finden sind als bei den Kontrollpersonen. Wie bei dem Gen HLA B27, für das bereits seit 37 Jahren ein Zusammenhang mit Morbus Bechterew bekannt ist, übernehmen die Genprodukte von ARTS1 und IL23R wichtige Funktionen im Immunsystem.
Da IL23R auch bei Morbus Crohn und Psoriasis eine Rolle spielt, könnten die neuen Ergebnisse den bereits bekannten Zusammenhang erklären, dass Morbus Bechterew häufig mit diesen beiden Erkrankungen vergesellschaftet ist. Die Studie weist zudem auf neue Therapieoptionen hin. Ein neuer Wirkstoff, der die Aktivität von IL23R hemmt, wird bereits bei Patienten mit Morbus Crohn erprobt. Aufgrund der aktuellen Erkenntnisse könnte der Einsatz dieses Medikaments - nach Abschluss entsprechender Studien - auch bei Morbus Bechterew sinnvoll sein.
Welche Rolle spielt "HLA-B27"?
Darüber hinaus bilden die Resultate eine gute Basis für die Entwicklung eines neuen Gentests. Denn Prof. Dr. John Reveille von der University of Texas (USA) vermutet, dass die drei Gene HLA B27, ARTS1 und IL23R zusammen etwa 70 Prozent aller Morbus-Bechterew-Erkrankungen erklären. Trägt ein Mensch beispielsweise alle drei Merkmale in sich, so ist sein Risko an einem Morbus Bechterew zu erkranken laut den Forschern etwa 1:4. Entsprechende Testverfahren könnten also dazu dienen dass die Erkrankung früher erkannt wird und dass betroffene Patienten schneller in eine fachgerechte Behandlung überwiesen werden.
Wissenschaftler vermuten mittlerweile jedoch, dass noch weitere genetische Merkmale wie z.B. ARTS1 und IL23R bei der Krankheitsentwicklung eine Rolle spielen. Zusammen mit dem HLA-B27 sollen ARTS1 und IL23R etwa 70 Prozent aller Erkrankungen an Morbus-Bechterew erklären.




