
Medizinische Versorgung
Deutschland hat zu wenige Rheumatologen
Die Versorgung von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen hat sich in den letzten Jahren in Deutschland wesentlich verbessert. Allerdings besteht nach wie vor ein gravierender Fachärztemangel.
Laut einem aktuellen Bericht der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie hat sich die Versorgung von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen in den letzten 14 Jahren in Deutschland wesentlich verbessert. Beispielsweise gelangen Betroffene heute deutlich früher in eine fachärztliche Behandlung bei einem Rheumatologen als noch 1994. Bei Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis hat sich durch diese Entwicklung der Zeitraum vom Auftreten erster Beschwerden bis zur Vorstellung bei einem Rheumatologen von zwei auf 1,1 Jahre verkürzt. Außerdem können heute die meisten Patienten ambulant versorgt werden. Sie erhalten nun häufiger eine Basistherapie und besser wirksame Medikamente.
Allerdings herrscht nach wie vor ein gravierender Mangel an Rheumatologen. Nach Auswertung der vorhandenen Daten errechnete die Bericht erstattende Kommission einen aktuellen Bedarf von einem internistischen Rheumatologen auf 50.000 erwachsene Einwohner, um eine gute ärztliche Versorgung sicherzustellen. Demnach bräuchte es etwa doppelt so viele niedergelassene Rheumatologen wie derzeit verfügbar sind (1350 vs. 579). Die Ursachen für diesen Fachärztemangel sieht Prof. Heiner Raspe, Sprecher der Kommission Versorgung, sowohl bei der Zulassung als auch bei den Medizinern selbst. So würden einerseits zu wenige internistische Rheumatologen von den Kassenärztlichen Vereinigungen zugelassen, andererseits fehle es aber auch an entsprechendem Nachwuchs unter den Ärzten.
Verbesserungswürdig ist laut Bericht außerdem die Vernetzung der Versorgungsstrukturen. So müssten Krankengymnastik, Funktionstraining, Patientenschulung und Rehabilitationsmaßnahmen bei der Langzeitbetreuung stärker genutzt und die beteiligten Akteure besser vernetzt werden.




