
Behandlung der Psoriasis
Sicherheitsrisiken von Arzneimitteln schnell erkennen
Mithilfe des Netzwerks „PsoNet-EU“ sollen bestehende Sicherheitsrisiken bei der Psoriasistherapie künftig früher erkannt werden. Dazu werden die Nebenwirkungen der zum Einsatz kommenden Medikamente erfasst.
Bevor Medikamente eine Zulassung erhalten, wird ihre Effektivität und Sicherheit strengen und umfangreichen Tests unterzogen. Dennoch kann es später, beim Einsatz der Mittel im Praxisalltag zu unerwarteten Nebenwirkungen kommen, die unter kontrollierten Bedingungen in klinischen Studien nicht oder nur selten zu beobachten waren. Um solche Sicherheitsrisiken künftig schneller zu erkennen, gründeten Hautärzte aus mehreren EU-Ländern und Israel das Netzwerk „PsoNet-EU“. Es soll alle Nebenwirkungen von Arzneimitteln registrieren, die bei der systemischen Behandlung der Psoriasis und Psoriasisarthritis eingesetzt werden.
Jedes Land speichert die Informationen zu beobachteten Nebenwirkungen in Datenbanken, so genannten Patientenregistern. Auch in Deutschlands größtem nationalen Patientenregister der Dermatologie, PsoBest, werden Informationen über den langfristigen Behandlungsverlauf der Schuppenflechte bei Patienten gesammelt. Jeder Patient, der in das Register aufgenommen wird, wird unabhängig davon, welche Therapie er bekommt und wo er behandelt wird, fünf Jahre lang begleitet. Dadurch können Langzeitdaten über die Effektivität und Verträglichkeit der in Deutschland verfügbaren Biologics und konventionellen systemisch wirkenden Arzneimittel gewonnen werden. Alle Informationen im Register unterliegen strengen Datenschutzregeln und der ärztlichen Schweigepflicht.
Werden die in den einzelnen Ländern gesammelten Informationen gegenseitig ausgetauscht und länderübergreifend ausgewertet, können eventuelle Sicherheitsrisiken schneller erkannt und Faktoren identifiziert werden, die Voraussagen über die Wirksamkeit einer bestimmten Therapie zulassen. Zudem lassen sich Erkenntnisse über Begleiterkrankungen der Psoriasis wie Herzkreislauferkrankungen oder Diabetes mellitus gewinnen. Damit verbunden ist die Hoffnung, die Versorgung von Psoriasispatienten in Europa langfristig zu verbessern.






