Therapie mit Retinoiden
Kein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche
Retinoide, die gegen die Entzündungen bei Psoriasis eingesetzt werden können, führen nicht – wie bislang befürchtet – zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche. Das zeigt eine neue Studie aus Dänemark.
Bei der Behandlung der Schuppenflechte können - je nach Schweregrad der Schuppenflechte lokal oder systemisch - Retinoide eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Abkömmlinge von Vitamin A. Sie bremsen das bei der Psoriasis gesteigerte Wachstum der Oberhautzellen und hemmen die Entzündungsaktivität in den Psoriasisherden.
Da hohe Dosen von Vitamin A in Form von Nahrungsergänzungsmitteln mit negativen Folgen für das Skelettsystem wie einer Abnahme der Knochendichte verbunden sind, wurde Ähnliches auch für die systemische Anwendung der Retinoide befürchtet. Entwarnung gab jetzt eine dänische Fall-Kontrollstudie. Darin verglichen Forscher die Anwendung von Retinoiden bei knapp 125.000 Patienten, die einen Knochenbruch erlitten hatten, und fast 380.000 in Alter und Geschlecht ähnlichen Kontrollpersonen.
Es zeigte sich, dass die systemische Anwendung von Retinoiden nicht mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche verbunden war. Weder eine stärkere Aufschlüsselung unterschiedlicher Arten von Knochenbrüchen (z.B. Hüfte, Unterarm oder Wirbelsäule), noch verschiedener Retinoide (z.B. Isotretinoin, Acitretin) konnte an diesem Ergebnis etwas ändern. Auch spielte es keine Rolle, ob die Retinoide gegen Psoriasis oder gegen Akne eingesetzt worden waren.
Selbst bei langer Anwendung und bei Einnahme hoher Dosen scheinen Retinoide nach Ansicht der Studienautoren bezüglich der Knochengesundheit sicher zu sein. Dennoch, so die Empfehlung der Editoren zur Studie, sollten Patienten während einer Therapie mit Retinoiden regelmäßig hinsichtlich ihrer allgemeinen körperlichen Verfassung und des Knochenzustands untersucht werden.





