Therapie bei Kindern und Jugendlichen
Eingesetzte Mittel sind mehrheitlich effizient und sicher
Die meisten der bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Psoriasis eingesetzten Mittel wirken effizient und sicher. Das belegt eine systematische Untersuchung verschiedener Studien.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Diese inzwischen allgemein anerkannte Aussage trifft auch bei der Behandlung der Psoriasis zu. Es reicht deshalb nicht aus, die bei Erwachsenen eingesetzten Wirkstoffe in ihrer Dosis nur zu reduzieren, um ein Arzneimittel für Kinder zu erhalten. Alle Medikamente und Therapieverfahren müssen im Einzelnen hinsichtlich ihrer Wirkung und Verträglichkeit bei Kindern und Jugendlichen erforscht und ausgewertet werden.
Therapien sind wirksam und weitgehend gut verträglich
Wissenschaftler trugen jetzt die Ergebnisse verschiedener klinischer Studien zusammen, die sich mit der Effizienz und Sicherheit von Wirkstoffen bei der Therapie von an Schuppenflechte erkrankten Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren beschäftigten, und unterzogen sie einer intensiven Überprüfung. Dabei stellten sie fest, dass die Mehrheit der eingesetzten äußerlichen und innerlichen Therapien auch bei Kindern wirksam und im Allgemeinen gut verträglich seien.
Lokale Therapie: Mit Calcipotriol beginnen
Für die Behandlung von Kindern mit leichter bis mittelschwerer Psoriasis empfehlen die Studienautoren zunächst den äußerlichen Einsatz des Vitamin D3-ähnlichen Wirkstoffs Calcipotriol, wenn nötig in Kombination mit lokalen („örtlichen“) Kortikosteroiden. Bei nicht auf die Therapie ansprechender Schuppenflechte in Körperfalten (z.B. Armbeugen) und/oder Gesicht empfehlen sie zusätzlich den ebenfalls äußerlichen Einsatz von Tacrolimus.
Reicht diese Therapie nicht aus oder handelt es sich um schwere Fälle von Psoriasis, wird die Anwendung von Dithranol empfohlen. Auch dieser Wirkstoff wird als Salbe auf die Schuppenflechte-Herde aufgebracht. Nur wenn die Krankheit nicht ausreichend darauf anspricht, kann bei Jugendlichen kurzfristig eine UV-B-Lichttherapie eingesetzt werden. Besteht der Verdacht auf eine Infektion mit Streptokokken oder liegt eine Psoriasis guttata, eine „tropfenförmige Psoriasis“, vor, ist eine Therapie mit entsprechend wirksamen Antibiotika in Erwägung zu ziehen.
Systemische Therapie: Methotrexat ist Mittel der Wahl
Bei der systemischen, also im ganzen Körper wirkenden Therapie, die in der Regel nur bei mittelschweren bis schweren Fällen zum Einsatz kommt, gilt bei Kindern Methotrexat als das Mittel der Wahl. Die dabei kurzfristig auftretenden Nebenwirkungen sind in der Regel mild und können gut behandelt werden. Für die pustuläre Psoriasis und die Psoriasis erythrodermatica wird der Einsatz von Retinoiden empfohlen. Cyclosporin hingegen sollte nur in Ausnahmefällen angewendet werden, da seine Wirksamkeit bei Kindern umstritten ist und unzureichende Daten über die Verträglichkeit vorliegen. Als vielversprechend gilt seit jüngstem der Einsatz von Etanercept aus der Gruppe der Biologics. Seine Wirksamkeit bei Kindern wurde in Untersuchungen nachgewiesen, häufigste kurzfristige Nebenwirkung sind Infektionen.





