Sonnenbaden mit Schuppenflechte
Ohne Schutz gefährlich
Hautalterung und Hautkrebs - immer wieder warnen Experten vor den Folgen ungezügelten Sonnenbadens. Doch eine Umfrage in Australien zeigt: Viele fürchten eher, durch zu viel Sonnenschutz krank zu werden.
Die Freiluftsaison hat begonnen, Parks und Seeufer laden wie jedes Jahr zum wohltuenden Sonnenbad ein. Experten empfehlen seit langem, sich ausreichend vor der Sonnenstrahlung zu schützen, um der Entstehung von Sonnenbrand und damit der Gefahr von Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung vorzubeugen. Eine Empfehlung, die offenbar das Gegenteil bewirkt: In einer Befragung von 2001 Einwohnern Queenslands, Australien, im Alter zwischen 20 und 70 Jahren äußerten viele die Befürchtung, durch zu viel Sonnenschutz krank zu werden. Grund dafür sei ein drohender Vitamin D-Mangel.
Tatsächlich sind Sonnenstrahlen für unsere Gesundheit unverzichtbar. Sie bewirken in der obersten Hautschicht, der Epidermis, eine Umwandlung von Vitamin D-Vorstufen in Vitamin D, das in der Leber umgebaut und in der Niere schließlich in seine biologisch aktive Form überführt wird. Erhält der Körper zu wenig Sonne, kann es daher zu einem Vitamin D-Mangel mit erheblichen Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel kommen.
Die Befürchtung, durch Sonnenschutzmittel einen Vitamin D-Mangel zu erleiden, äußerte fast ein Drittel der Befragten. Ebenfalls ein Drittel von ihnen glaubte, dass pro Tag mindestens 30 Minuten Sonnenbad notwendig seien, um genügend Vitamin D zu bilden. Experten hingegen gehen davon aus, dass bereits zwei bis sechs Minuten täglich ausreichend sind. Etwa jeder fünfte Befragte gab an, seinen persönlichen Sonnenschutz in den letzten Jahren reduziert zu haben.
Was macht Sonnenstrahlen so gefährlich?
Zuviel Sonne schädigt jedoch die Haut. Als Reaktion auf Sonnenstrahlen bildet sich zunächst eine Pigmentierung, die sich als Hautbräune bemerkbar macht. Dadurch wird die UV-Strahlung bereits in den obersten Hautschichten abgeblockt. Bei zu geringer Pigmentierung bzw. bei zu langer intensiver Sonneneinwirkung reicht dieser Selbstschutz der Haut nicht mehr aus. Die Strahlen dringen in tiefere Schichten vor und führen dort zu einer Ausschüttung von entzündungsvermittelnden Botenstoffen, die den typischen Sonnenbrand mit Rötung, Schwellung, Brennen und Jucken hervorrufen.
Häufige schwere Sonnenbrände fördern nachweislich die Hautalterung mit Faltenbildung und Altersflecken. Außerdem erhöhen sie die Gefahr für Hautkrebs. Weltweit steigt die Zahl der Hautkrebserkrankungen an. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 15.000 Menschen an schwarzem und etwa 100.000 Menschen an hellem Hautkrebs.
Auch für Psoriasispatienten, deren Hautbeschwerden sich oftmals durch Sonne bessern, gilt: Nur mit ausreichendem Sonnenschutz in Form von Sonnencremes und bedeckender Kleidung ist ein längerer Aufenthalt in der Sonne gefahrlos möglich.





