
Psoriasis und Depression
Auch die Seele ist oft krank
Eine Depression wirkt sich in erheblichem Maße auf das Wohlbefinden der Betroffenen aus. Die Ursache für das gehäufte Auftreten von Depressionen bei Psoriasispatienten ist noch weitgehend unklar.
Die Auswirkungen einer Psoriasis gehen weit über die körperliche Befindlichkeit hinaus. So haben verschiedene Untersuchungen in der Vergangenheit gezeigt, dass außer den unmittelbaren Hautsymptomen und anderen körperlichen Beschwerden für die Betroffenen vor allem der Einfluss der Erkrankung auf den Lebensalltag und die sozialen Beziehungen eine Rolle spielt.
Depression eine häufige Erscheinung
Zudem wiesen Studien ein gehäuftes Auftreten psychischer Störungen bei Psoriasispatienten nach. Dazu zählen neben Angstattacken, vermehrten Schamgefühlen und vermindertem Selbstwertgefühl auch Depression bzw. depressive Symptome. So fanden sich in einer Studie bei fast einem Drittel der teilnehmenden erwachsenen Psoriasispatienten Symptome einer Depression. Nur ein geringer Teil von ihnen erhielt eine angemessene Behandlung gegen die Depression.
Die Ursachen sind noch weitgehend ungeklärt
Die Ursachen für den beobachteten Zusammenhang sind noch weitgehend ungeklärt. So lässt sich derzeit noch nicht einmal sicher beurteilen, ob die Häufung von Depressionen tatsächlich eine Folge der Psoriasis ist oder nicht. Das Auftreten einer Depression scheint beispielsweise weniger davon abzuhängen, wie schwer die Schuppenflechte verläuft, sondern vor allem davon, wie stark sich die Hautkrankheit auf die Lebensqualität auswirkt. In einer Untersuchung traten depressive Symptome besonders häufig bei Patienten auf, die nur geringe Hautbeschwerden aufwiesen, sich aber in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt fühlten.
Zudem wird entzündungsvermittelnden Botenstoffen des Immunsystems , den sogenannten Zytokinen wie Tumornekrosefaktor-alpha und Interleukinen, die die Entstehung und den Verlauf der Psoriasis beeinflussen, eine ursächliche Rolle zugeschrieben. So wiesen tierexperimentelle und menschliche Studien eine Verbindung zwischen solchen Botenstoffen und Depressionen nach. Einige Psoriasistherapien führten darüber hinaus nachweislich auch zu einer Verbesserung depressiver Symptome und der Lebensqualität. Ein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Zytokinen und Depressionen bei Schuppenflechte steht allerdings noch aus.
Bei einer Depression Ansprechpartner suchen
Eine Depression kann für die Betroffenen schwerwiegende Folgen haben, wie sozialen Rückzug, eine Flucht in Drogen- oder Alkoholabhängigkeit oder sogar Selbsttötungsgedanken. Experten raten deshalb zu einem umfassenden ganzheitlichen Behandlungskonzept der Schuppenflechte, das neben der Therapie der Hautbeschwerden auch eine adäquate psychische Betreuung der Patienten umfasst. Betroffene, die seelische Beeinträchtigungen durch die Hautkrankheit spüren, sollten sich deshalb nicht davor scheuen, mit ihrem behandelnden Hautarzt über ihre Probleme und Gefühle zu sprechen. Er kann bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung eine Überweisung an einen Psychologen vornehmen. Auch der Austausch mit anderen Psoriasispatienten etwa in Selbsthilfegruppen ist oft hilfreich. Sie können häufig wertvolle Erfahrungen und Informationen über entsprechende Ansprechpartner und Anlaufadressen weitergeben.






