
Depression
Psychische Belastung und Schuppenflechte
Depressionen treten bei Patienten mit Schuppenflechte gehäuft auf. Viele fühlen sich bereits durch geringen Befall psychisch stark belastet.
Aus medizinischer Sicht wird der Schweregrad einer Psoriasiserkrankung anhand der Intensität und Ausdehnung der Hautschäden beurteilt. Für die Betroffenen hingegen hat es darüber hinaus große Bedeutung, in welchem Maße die Krankheit ihren Lebensalltag, ihre sozialen Beziehungen und damit verbunden ihre emotionale Befindlichkeit beeinflusst. Selbst bei geringer Ausprägung einer Schuppenflechte fühlen die Patienten oftmals eine erhebliche Verschlechterung ihrer Lebensqualität. Eine neue Untersuchung bringt diese Beeinträchtigung des Wohlbefindens mit einem gehäuften Auftreten depressiver Symptome in Verbindung.
Von den fast 300 erwachsenen Psoriasispatienten, die an der Studie teilnahmen, zeigte etwa ein Drittel Symptome einer Depression. Jeder sechste wurde zum Zeitpunkt der Befragung wegen depressiver Symptome behandelt, fast die Hälfte von ihnen litt dabei unter nur leichter Ausprägung der Schuppenflechte. Eine genauere Analyse ergab eine gegenläufige Beziehung zwischen dem Schweregrad der Hauterkrankung und dem Auftreten depressiver Symptome: Gerade bei eher geringen Hautbeschwerden traten Depressionen gehäuft auf.
Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung decken sich mit Erkenntnissen zu anderen chronischen Erkrankungen, bei denen Depressionen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung gehäuft vorkommen. Nach Aussage der Studienautoren würden Hautärzte die schlechte psychische Verfassung, die sogar bis zu Selbsttötungsgedanken führen kann, von Psoriasispatienten oftmals nicht erkennen oder unterschätzen.
Die Forscher raten deshalb zu einem umfassenden Behandlungskonzept für Patienten mit Schuppenflechte: Nicht nur die Hautbeschwerden sollten adäquat behandelt werden, sondern auch eventuell auftretende depressive Symptome. Vor allem bei Patienten, die trotz milder Hautsymptome ihre Lebensqualität als stark beeinträchtigt erlebten, sei zu untersuchen, ob eine Depression vorliege oder nicht.






