Psyche
Psoriasis und Psyche
Psychische Faktoren spielen bei der Entstehung und im Verlauf einer Psoriasis eine wichtige Rolle. Anspannung, Stress, Ärger und seelische Konflikte sind beim Psoriatiker oft sichtbar - durch neue oder größere Schuppenflechteherde. Viele Betroffene leiden zudem unter den Folgen ihrer Erkrankung wie sozialer Benachteiligung, Partnerschaftsproblemen oder beruflichen Schwierigkeiten.
Obwohl die Schuppenflechte nicht ansteckend ist, reagieren viele Menschen mit Skepsis oder gar Ekel auf die charakteristischen Hautveränderungen, insbesondere an gut sichtbaren Hautstellen wie den Händen und am Kopf. Viele Patienten erleben diskriminierende Situationen im Beruf oder in öffentlichen Einrichtungen (z.B. im Schwimmbad), aber auch ablehnende oder verletzende Bemerkungen unwissender Mitmenschen im Alltag. Auch objektiv weniger schwer ausgeprägte Psoriasisverläufe werden von den betroffenen Patienten subjektiv als außerordentlich belastend und einschränkend erlebt. In Untersuchungen haben Psoriatiker ihre Lebensqualität ähnlich schlecht oder sogar schlechter eingeschätzt wie Menschen mit potenziell lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Krebs.
Nicht das Selbstbewusstsein verlieren!
Gerade in Phasen hoher Krankheitsaktivität, "im Schub" also, neigen viele Betroffene dazu, sich zurückzuziehen und ihre sozialen Kontakte einzuschränken, weil sie sich dann selbst "nicht mehr leiden" können und unsicher sind, ob andere sie so akzeptieren. Das führt oft zu sozialer Isolation und Verbitterung bis hin zu Depressionen. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten mit einer Schuppenflechte sich einen Arzt suchen, der nicht nur ihre Haut gut behandelt, sondern auch Zeit und Verständnis für ihre Ängste, Sorgen und Befürchtungen aufbringt. In Einzelfällen ist eine begleitende Psychotherapie als Einzel- oder Gruppenbehandlung durchaus sinnvoll. Sie kann helfen, sich selbst und seine Krankheit besser zu verstehen und selbstverständlicher damit zu leben.
Austausch mit anderen Betroffenen suchen
Natürlich fällt es den meisten Betroffenen anfangs schwer, sich mit der Erkrankung abzufinden und sie als Teil des eigenen Lebens akzeptieren zu lernen. Gerade dann ist es oft entlastend und hilfreich, Kontakt zu anderen Patienten aufzunehmen, sei es in der Selbsthilfegruppe oder über Diskussionsforen im Internet. Auf diesem Wege kann man viele wichtige Informationen, aber auch unterschiedliche Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit austauschen. Ein solcher Austausch lässt viele auch sicherer und selbstbewusster gegenüber Nicht-Betroffenen werden. Erklärungen für die Mitmenschen, dass die Krankheit nicht ansteckend ist und nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat, bringen weiter. Eine ruhige und sachliche Information kann helfen, anderen Menschen ihre Berührungsängste zu nehmen und deren Vorurteile abzubauen.
Entspannungstechniken sind oft hilfreich
Es ist bekannt, dass Stress oder seelische Belastungen einen Krankheitsschub auslösen oder bestehende Krankheitszeichen deutlich verschlechtern können. Da sich solche Situationen oft nicht vermeiden lassen, empfiehlt sich das Erlernen einer Entspannungstechnik, die dabei hilft, innerlich zur Ruhe zu kommen. Zu den gebräuchlichsten Entspannungsverfahren zählen das Autogene Training, die Progressive Muskelentspannung nach Jakobson oder Yoga.





