Kinderwunsch

Schwangerschaft bei Schuppenflechte

Eine Psoriasis-Erkrankung ist kein Grund, auf eine Schwangerschaft zu verzichten. Einige Vorsichtsmaßnahmen sollten jedoch getroffen werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Da sich eine Schuppenflechte unter Umständen verschlechtern kann und einige der verwendeten Medikamente für das ungeborene Kind schädlich sind, ist eine sorgfältige Planung von Schwangerschaft und Stillzeit unumgänglich.

Welchen Einfluss hat eine Schuppenflechte auf eine Schwangerschaft?

Psoriasis wirkt sich nicht auf die Zeugungsfähigkeit aus. Sie beeinflusst auch nicht die Häufigkeit von Fehlgeburten, Geburtsschäden oder Frühgeburten. Da die Schuppenflechte zu einem gewissen Teil erblich bedingt ist, besteht ein - allerdings eher geringes - Risiko, sie an Nachkommen weiterzugeben.

Wie wirkt sich eine Schwangerschaft auf eine bestehende Psoriasis aus?

Während einer Schwangerschaft, vor allem am Ende des ersten und innerhalb des zweiten Schwangerschaftsdrittels, bessern sich oftmals die Symptome. Es wird vermutet, dass das Geschlechtshormon Progesteron für diesen Effekt verantwortlich ist. Bei jeder fünften bis zehnten Frau kommt es allerdings zu einer Verschlechterung der Schuppenflechte, sodass eine intensivere Therapie notwendig wird.

Wie wird eine Schuppenflechte während der Schwangerschaft behandelt?

Einige Medikamente gegen die Schuppenflechte können den Fötus schädigen. Um möglichst wenig Mittel während der Schwangerschaft einsetzen zu müssen, ist es sinnvoll, im Vorfeld durch eine intensivierte Therapie einen vorübergehenden Stillstand der Hautkrankheit zu bewirken. Das ist selbstverständlich nur dann möglich, wenn die Schwangerschaft geplant ist. Außerdem ist es erforderlich, nach dem Absetzen der im ganzen Körper wirkenden (systemischen) Medikamente (z. B. Retinoide) einen zeitlichen Sicherheitsabstand bis zum Eintritt der Schwangerschaft einzuhalten, um keine Schäden für das ungeborene Kind zu riskieren. Für einige Medikamente liegen noch keine abschließenden Ergebnisse hinsichtlich ihrer Wirkung auf eine Schwangerschaft vor (z. B. Biologics, Fumarsäure).

Lokale Arzneimittel (z. B. Lotionen und Salben) sollten systemischen Medikamenten (z. B. Tabletten) vorgezogen werden. Dabei gelten Steroide und Dithranol als weitestgehend unbedenklich für eine Schwangerschaft. Auch der Einsatz von UV-B-Strahlung und Ciclosporin ist möglich. Nicht angewendet werden dürfen hingegen PUVA, Retinoide und Methotrexat.

Was ist nach der Schwangerschaft zu beachten?

Innerhalb der ersten sechs Wochen nach der Geburt kommt es bei mehr als der Hälfte der Frauen leider zu einer akuten Verschlechterung der Schuppenflechte. Oftmals sind die Symptome allerdings nicht schlimmer als vor der Schwangerschaft. Um das Neugeborene nicht durch die Muttermilch zu gefährden, sind auch während der Stillzeit die Behandlungsmöglichkeiten der Schuppenflechte eingeschränkt. Dabei gilt UV-B-Strahlung am unbedenklichsten. Bei Einsatz von topischen Wirkstoffen, z. B niedrig-potente Steroide und Dithranol, sollten diese erst nach dem Stillen aufgetragen und vor jedem Stillen gründlich abgewaschen werden. Wie auch schon während der Schwangerschaft dürfen einige systemische Wirkstoffe (u. a. Retinoide, Methotrexat) überhaupt nicht eingesetzt werden. Werden die Symptome der Hautkrankheit zu stark, sodass ein Einsatz dieser Medikamente unumgänglich wird, muss eine vorzeitige Beendigung der Stillzeit in Erwägung gezogen werden.

Um sich seinen Kinderwunsch trotz bestehender Schuppenflechte zu erfüllen und sich auf sein Kind zu freuen, sollten Familienplanung und die Behandlung vor, während und nach der Schwangerschaft deshalb unbedingt genau mit dem behandelnden Hautarzt abgestimmt werden.


Quelle: Weatherhead, S. et al.: Management of psoriasis in pregnancy. British Medical Journal 2007, 334:1218-1220.
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Jan 21, 2009


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